SAE
SHOP APOTHEKE EUR...
Anteil der Short-Position: 13,70%
EVT
Evotec OAI
Anteil der Short-Position: 11,80%
VAR1
Varta
Anteil der Short-Position: 9,50%
LHA
Lufthansa
Anteil der Short-Position: 6,90%
DEQ
Deutsche EuroShop
Anteil der Short-Position: 6,68%
DUE
Dürr
Anteil der Short-Position: 6,12%
COK
Cancom IT Systeme
Anteil der Short-Position: 6,09%
TKA
ThyssenKrupp
Anteil der Short-Position: 5,34%
ZIL2
ElringKlinger
Anteil der Short-Position: 5,12%
FRA
Fraport
Anteil der Short-Position: 4,92%
PSM
PROSIEBENSAT.1
Anteil der Short-Position: 4,85%
LEO
Leoni
Anteil der Short-Position: 4,36%
SANT
S+T (Z.REG.MK.Z.)...
Anteil der Short-Position: 4,04%
DRW8
DRAEGERWERK ST.A....
Anteil der Short-Position: 2,59%
BOSS
HUGO BOSS
Anteil der Short-Position: 2,53%
AR4
AURELIUS EQ.OPP.
Anteil der Short-Position: 1,97%
LEG
LEG IMMOBILIEN
Anteil der Short-Position: 1,83%
NEM
Nemetschek
Anteil der Short-Position: 1,74%
AM3D
SLM SOLUTIONS GRP
Anteil der Short-Position: 1,18%
GXI
Gerresheimer
Anteil der Short-Position: 1,16%
SIX2
Sixt
Anteil der Short-Position: 1,02%
ARL
Aareal Bank
Anteil der Short-Position: 1,00%
SHF
SNP SCHNEID.-NEUR...
Anteil der Short-Position: 0,94%

Berentzen: Klare Kante

Wenig verwunderlich, dass sich in den jetzt vorgelegten Berichten zum ersten Quartal 2020 so ziemlich alles um Corona dreht. Gibt ja seit Wochen kein anderes Thema mehr. Bemerkenswert findet boersengefluester.de jedoch, dass es im druckfrischen Zwischenabschluss der Berentzen Gruppe nicht bloß um die aktuellen Auswirkungen der Pandemie auf Umsatz und Ergebnis geht. Nein: Der Getränkeanbieter zeigt gleich zu Beginndes Reports klare Kante und thematisiert offen die Werthaltigkeit seiner Beteiligungen in der Bilanz. Sollte sich bei einem „Impairment-Test“ nämlich Abschreibungsbedarf ergeben, hätte dies unmittelbar belastende Konsequenzen auf das Konzerneigenkapital. Ein Komplex, der bei den meisten Firmen gern totgeschwiegen wird, aber gerade in Krisenzeiten enorm an Aktualität gewinnt. Vermutlich verbinden die meisten Investoren Berentzen noch immer in erster Linie mit Likören und diversen Schnäpsen. Wer etwas tiefer eingestiegen ist, wird freilich auch mitbekommen haben, dass die Gesellschaft aus Haselünne zuletzt etwa mit Orangenpressen und Limonaden aus der Reihe Mio Mio durchaus erfolgreich war. Klingt zunächst einmal nach einem krisenfesten Modell, schließlich hieß es bereits bei Wilhelm Busch: „Wer Sorgen hat, hat auch Likör.“

Doch die Wirkungsketten sind vielfältig. Immerhin stehen die Produkte von bei Berentzen nicht nur in den Regalen von Supermärkten, sondern werden auch in der Gastronomie – vom Restaurant, über Clubs bis hin zu diversen Großveranstaltungen – ausgeschenkt. Und so ist es aus Investorensicht beinahe schon beruhigend, dass Berentzen zwar über alle Bereiche temporäre Belastungen durch die Corona-Pandemie erwartet, eine Sonderwertberichtigung auf den Goodwill jedoch nur im Bereich Alkoholfreie Getränke nötig scheint. „Aufgrund der „deutlich größeren Umsatz- und Ertragsabhängigkeit vom Vertriebskanal Gastronomie sowie aufgrund der vergleichsweise hohen Kapital- und Anlagenintensität“, wie es offiziell heißt wurden 1,4 Mio. Euro abgeschrieben. Mit Blick auf das Ende 2019 ausgewiesene Eigenkapital von 49,2 Mio. Euro ein verschmerzbarer Einschnitt. Überhaupt ist es Glück im Unglück, dass das so wichtige Weihnachts- und Silvestergeschäft derzeit noch so weit weg scheint.

 

Berentzen-Gruppe  Kurs: 5,820 €

 

Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
  2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020e
Umsatzerlöse1 152,54 153,46 158,55 170,03 172,13 162,17 167,40 155,00
EBITDA1,2 8,40 12,60 15,66 17,51 16,41 17,33 18,36 14,20
EBITDA-Marge3 5,51 8,21 9,88 10,30 9,53 10,69 10,97 9,16
EBIT1,4 1,48 5,14 7,58 10,54 9,22 9,80 9,81 5,30
EBIT-Marge5 0,97 3,35 4,78 6,20 5,36 6,04 5,86 3,42
Jahresüberschuss1 -7,32 4,20 2,24 4,45 2,56 5,17 4,93 2,80
Netto-Marge6 -4,80 2,74 1,41 2,62 1,49 3,19 2,95 1,81
Cashflow1,7 -3,40 8,91 31,37 12,32 4,12 5,59 16,61 13,00
Ergebnis je Aktie8 -0,73 0,47 0,23 0,47 0,27 0,55 0,52 0,30
Dividende8 0,13 0,19 0,20 0,25 0,22 0,28 0,28 0,15
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben

  Geschäftsbericht 2019 - Kostenfrei herunterladen.  
1 in Mio. Euro; 2 EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; 3 EBITDA in Relation zum Umsatz; 4 EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern; 5 EBIT in Relation zum Umsatz; 6 Jahresüberschuss (-fehlbetrag) in Relation zum Umsatz; 7 Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; 8 in Euro; Quelle: boersengefluester.de
Wirtschaftsprüfer: Warth & Klein Grant Thornton

 

Gleichwohl traut sich der Vorstand weiterhin nicht an eine Prognose für das Gesamtjahr heran – irgendwie verständlich. Der ursprüngliche Ausblick mit Erlösen zwischen 167,9 und 176,7 Mio. Euro sowie einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in einer Bandbreite von 9,8 bis 10,8 Mio. Euro liegt jedenfalls auf Eis. Nach heutigem Stand wird das um Sondereffekte bereinigte EBIT für 2020 auf jeden Fall unter dem Vorjahresniveau von 9,8 Mio. Euro liegen. „Wir gehen aber dennoch davon aus, dass uns die Auswirkungen des Coronavirus nicht in dem Ausmaß treffen wie viele andere Unternehmen und Branchen. Daher erwarten wir nach wie vor auch in diesem Jahr ein positives EBIT“, sagt Berentzen-Vorstand Oliver Schwegmann. Zur weiteren Einordnung: Zum Ende des ersten Quartals weist das Unternehmen ein – im Rahmen der Erwartungen liegendes – EBIT von 1,08 Mio. Euro aus, auch wenn es um rund 37,5 Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahreswert liegt. Sicher kein Traumstart, aber auch noch kein großes Drama. Mit ein Belastungsfaktor war dabei, dass die Dachmarken Berentzen und Puschkin aufgrund eines mehrwöchigen Lieferstopps an einen großen Lebensmitteleinzelhändler kräftige Umsatzeinbußen hinnehmen mussten. Umso besser lief dafür der Absatz unter der Marke Mio Mio. Hauptleittragender von Corona war unterm Strich jedoch der Bereich Frischsaftsysteme – also die Fruchtpressen von Citrocasa.

Keine Aussagen enthält der Zwischenbericht derweil zur Dividende, und so geht boersengefluester.de davon aus, dass der zur Vorlage des Geschäftsberichts Ende März veröffentlichte Ausschüttungsvorschlag von unverändert 0,28 Euro je Aktie – entsprechend einer Gesamtsumme von gut 2,6 Mio. Euro – weiter Gültigkeit hat. Unerheblich ist die Dividende für Berentzen-Aktionäre nicht, immerhin ergibt sich daraus – bezogen auf das aktuelle Kursniveau von 5,50 – eine attraktive Rendite von rund fünf Prozent. Nun: Momentan gibt es noch nicht einmal einen neuen HV-Termin. Den will das Unternehmen aber voraussichtlich am 13. Mai 2020 veröffentlichen. Bewertungstechnisch gefällt uns die Berentzen-Aktie zurzeit überdurchschnittlich gut. Immerhin entspricht die aktuelle Marktkapitalisierung von knapp 53 Mio. Euro gerade einmal einem Drittel der gegenwärtigen Umsatzerlöse und ist auch nicht sonderlich weit entfernt vom ausgewiesenen Eigenkapital. Zudem deutet der Chart auf Bodenbildung. Und klar: Jede Lockerung der Beschränkungen für Gastrobetriebe ist – sofern die Infektionszahlen dadurch nicht wieder spürbar steigen – eine gute Nachricht für die Berentzen-Aktie.

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Berentzen-Gruppe
WKN Kurs in € Einschätzung Börsenwert in Mio. €
520160 5,820 Kaufen 55,87
KGV 2021e KGV 10Y-Ø BGFL-Ratio Shiller-KGV
13,86 17,46 0,794 20,35
KBV KCV KUV EV/EBITDA
1,20 3,36 0,33 2,362
Dividende '19 in € Dividende '20e in € Div.-Rendite '19e
in %
Hauptversammlung
0,28 0,15 4,81 02.07.2020
Q1-Zahlen Q2-Zahlen Q3-Zahlen Bilanz-PK
06.05.2020 11.08.2020 22.10.2020 26.03.2020
Abstand 60Tage-Linie Abstand 200Tage-Linie Performance YtD Performance 52 Wochen
2,32% -4,34% -14,91% -2,68%
    

 



 

Foto: Berentzen-Gruppe AG


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Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse gründete im Mai 2013 die auf Datenjournalismus fokussierte Seite boersengefluester.de. Zuvor war er 19 Jahre bei dem Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. 2016 gewann Gereon Kruse mit boersengefluester.de beim viel beachteten finanzblog award der comdirect bank den Publikumspreis und belegte gleichzeitig noch den 3. Platz in der Jurywertung.