CAP
ENCAVIS
Anteil der Short-Position: 12,65%
EVT
Evotec OAI
Anteil der Short-Position: 11,58%
VAR1
Varta
Anteil der Short-Position: 9,90%
WDI
WireCard
Anteil der Short-Position: 8,35%
COK
Cancom IT Systeme
Anteil der Short-Position: 6,91%
DUE
Dürr
Anteil der Short-Position: 6,12%
SDF
K+S
Anteil der Short-Position: 6,03%
HFG
HELLOFRESH INH
Anteil der Short-Position: 4,69%
GBF
Bilfinger Berger
Anteil der Short-Position: 4,43%
ZIL2
ElringKlinger
Anteil der Short-Position: 4,35%
BOSS
HUGO BOSS
Anteil der Short-Position: 3,80%
GLJ
GRENKE
Anteil der Short-Position: 3,19%
CCAP
CORESTATE CAPITAL...
Anteil der Short-Position: 1,85%
EVD
CTS EVENTIM
Anteil der Short-Position: 1,67%
SHF
SNP SCHNEID.-NEUR...
Anteil der Short-Position: 1,49%
EVK
EVONIK INDUSTRIES
Anteil der Short-Position: 1,42%
HEI
HeidelbergCement
Anteil der Short-Position: 1,22%
RAA
Rational
Anteil der Short-Position: 1,21%
FRA
Fraport
Anteil der Short-Position: 1,10%
SIX2
Sixt
Anteil der Short-Position: 0,76%
KGX
KION GR.
Anteil der Short-Position: 0,51%
PAT
PATRIZIA Immobilien
Anteil der Short-Position: 0,49%
TTR1
TECHNOTRANS
Anteil der Short-Position: 0,30%

Berentzen: Empfindlicher Kursrücksetzer

Alles richtig gemacht haben Anleger, die sich im Juni/Juli bei Kursen nördlich von 12 Euro von der Berentzen-Aktie getrennt haben. Mittlerweile kostet der Anteilschein nur noch 7,90 Euro. Rückblickend sagt sich das nützlich leicht, freilich gab es im Sommer 2017 nicht so fürchterlich viele Anzeichen, die einen Verkauf nahegelegt hätten: Die vom damaligen Noch-CEO Frank Schübel vorgelegten Q1-Zahlen bewegten sich im Rahmen der Erwartungen, wobei die Daten zum Auftaktviertel nur von begrenzter Aussagekraft sind. Wesentlich wichtiger für den Getränkehersteller sind das vierte Quartal mit dem Weihnachts- und Silvestergeschäft sowie der Absatz in den heißen Sommermonaten. Operativ schien es jedenfalls so, als ob Schübel seinem Nachfolger Oliver Schwegmann alles in bester Ordnung übergeben hat.

Spätestens mit der Vorlage des Halbjahresberichts wurden jedoch Probleme offensichtlich, die zuvor so nicht thematisiert wurden – zumindest nicht in Präsentationen auf den einschlägigen Investorenkonferenzen. So sorgten „unterschiedliche Auffassungen über die strategische Weiterentwicklung der Geschäftsbeziehung mit dem US-amerikanischen Distributionspartner“ bei Frischsafttochter Citrocasa bereit vor einigen Wochen für lange Mienen an der Börse. On top kommen jetzt noch witterungsbedingte Ernteprobleme, deren Ausmaß womöglich unterschätzt wurde. „Leider halten die Ernteausfälle bei Orangen an. In Südafrika ist nun mit Ernteverlusten von bis zu 50 Prozent zu rechnen“, sagt Schwegmann. Die Folge sind deutlich höhere Einkaufspreise und steigende Aufwendungen für die Qualitätsssicherung. „Unsere Infrastruktur war für solche witterungsbedingten Ernteausfälle nicht ausreichend vorbereitet. Hieran werden wir nun konsequent arbeiten, um zukünftig besser gewappnet zu sein“, räumt Schwegmann ein.

 

Berentzen-Gruppe  Kurs: 5,420 €

 

Damit nicht genug: Auch losgelöst von dem Orangenproblem blieb Citrocasa in den Stammmärkten Deutschland und Österreich hinter den Erwartungen zurück. Zu allem Überfluss sorgte der in Teilen Deutschlands durchwachsene Sommer dafür, dass das für Berentzen so wichtige Konzessionsgeschäft mit Sinalco hinter den Erwartungen zurückblieb. Bei den Spirituosen hingegen bremste das Geschäft in der Türkei den Absatz. Es gibt also jede Menge zu tun für das Management. „Wir werden die Supply-Chain-Effizienz deutlich erhöhen, unser Produktportfolio straffen und von margenschwachen Produkten bereinigen sowie die Marketing- und Vertriebsaktivitäten unserer Segmente Frischsaftsysteme und Alkoholfreie Getränke neu aufstellen“, sagt Schwegmann.

Dennoch kommt der ehemalige L’Oréal-Manager nicht umhin, sich gleich mal mit einer Gewinnwarnung für 2017 einzufinden. Demnach kalkuliert Berentzen nun mit einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) zwischen 9,1 bis 10,1 Mio. Euro – nach zuvor 11,2 bis 12,4 Mio. Euro. Die Umsatzprognose bleibt hingegen im bisherigen Korridor von 170,4 bis 179,2 Mio. Euro. Die Analysten von Oddo BHF haben prompt reagiert und  ihre Schätzung für das 2017er-Konzern-EBIT von 11,2 auf 9,3 Mio. Euro angepasst. Parallel dazu kürzten die Experten den ihrer Meinung nach fairen Wert der Aktie um 2 Euro auf 9 Euro und passten die Einschätzung von Kaufen auf Neutral an. Das hört sich vernünftig an, wenngleich die Kurszielsenkung natürlich nachlaufend ist. So gesehen wurde auch Oddo BHF auf dem falschen Fuß erwischt.

Ein gutes Näschen hat eigentlich nur Ex-CEO und Jetzt-Aufsichtsrat Frank Schübel bewiesen. Er trennte sich im Juli 2017 bei Durchschnittskursen von 11,86 Euro von Berentzen-Aktien im Gegenwert von mehr als 137.000 Euro. Spricht einmal mehr dafür, sich die Insider-Deals immer sehr genau anzuschauen. Der Halten-Einschätzung von ODDO BHF schließt sich boersengefluester.de an, weil die Bewertung des im General Standard gelisteten Small Caps vergleichsweise nach dem empfindlichen Kursrücksetzer moderat ist und Teile der Misere nicht hausgemacht sind. Außerdem hat Oliver Schwegmann eine Chance verdient, um zu zeigen, was er besser machen kann.

 

Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
  2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020e
Umsatzerlöse1 153,46 158,55 170,03 172,13 162,17 167,40 155,00
EBITDA1,2 12,60 15,66 17,51 16,41 17,33 18,36 14,20
EBITDA-Marge3 8,21 9,88 10,30 9,53 10,69 10,97 9,16
EBIT1,4 5,14 7,58 10,54 9,22 9,80 9,81 5,30
EBIT-Marge5 3,35 4,78 6,20 5,36 6,04 5,86 3,42
Jahresüberschuss1 4,20 2,24 4,45 2,56 5,17 4,93 1,75
Netto-Marge6 2,74 1,41 2,62 1,49 3,19 2,95 1,13
Cashflow1,7 8,91 31,37 12,32 4,12 5,59 16,61 12,00
Ergebnis je Aktie8 0,47 0,23 0,47 0,27 0,55 0,52 0,18
Dividende8 0,19 0,20 0,25 0,22 0,28 0,28 0,10
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben

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1 in Mio. Euro; 2 EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; 3 EBITDA in Relation zum Umsatz; 4 EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern; 5 EBIT in Relation zum Umsatz; 6 Jahresüberschuss (-fehlbetrag) in Relation zum Umsatz; 7 Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; 8 in Euro; Quelle: boersengefluester.de
Wirtschaftsprüfer: Warth & Klein Grant Thornton

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Berentzen-Gruppe
WKN Kurs in € Einschätzung Börsenwert in Mio. €
520160 5,420 Kaufen 52,03
KGV 2021e KGV 10Y-Ø BGFL-Ratio Shiller-KGV
13,90 18,80 0,741 18,95
KBV KCV KUV EV/EBITDA
1,12 3,13 0,31 2,15
Dividende '19 in € Dividende '20e in € Div.-Rendite '20e
in %
Hauptversammlung
0,28 0,10 1,85 02.07.2020
Q1-Zahlen Q2-Zahlen Q3-Zahlen Bilanz-PK
06.05.2020 11.08.2020 22.10.2020 26.03.2020
Abstand 60Tage-Linie Abstand 200Tage-Linie Performance YtD Performance 52 Wochen
-1,94% -4,34% -20,76% -22,35%
    

 

Foto: Sinalco

 



Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse gründete im Mai 2013 die auf Datenjournalismus fokussierte Seite boersengefluester.de. Zuvor war er 19 Jahre bei dem Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. 2016 gewann Gereon Kruse mit boersengefluester.de beim viel beachteten finanzblog award der comdirect bank den Publikumspreis und belegte gleichzeitig noch den 3. Platz in der Jurywertung.