SAE
SHOP APOTHEKE EUR...
Anteil der Short-Position: 12,60%
LHA
Lufthansa
Anteil der Short-Position: 12,59%
EVT
Evotec OAI
Anteil der Short-Position: 11,29%
WDI
WireCard
Anteil der Short-Position: 10,39%
SDF
K+S
Anteil der Short-Position: 8,60%
CAP
ENCAVIS
Anteil der Short-Position: 8,17%
VAR1
Varta
Anteil der Short-Position: 7,23%
GBF
Bilfinger Berger
Anteil der Short-Position: 6,38%
FNTN
FREENET
Anteil der Short-Position: 4,91%
GXI
Gerresheimer
Anteil der Short-Position: 4,59%
DUE
Dürr
Anteil der Short-Position: 4,51%
CCAP
CORESTATE CAPITAL...
Anteil der Short-Position: 4,42%
TKA
ThyssenKrupp
Anteil der Short-Position: 4,37%
SZG
Salzgitter
Anteil der Short-Position: 4,13%
TEG
TAG Immobilien
Anteil der Short-Position: 3,35%
FRA
Fraport
Anteil der Short-Position: 3,15%
ARL
Aareal Bank
Anteil der Short-Position: 1,71%
G1A
GEA Group
Anteil der Short-Position: 1,57%
ADV
ADVA Optical Netw.
Anteil der Short-Position: 1,50%
DRW8
DRAEGERWERK ST.A....
Anteil der Short-Position: 1,21%
CEC
CECONOMY
Anteil der Short-Position: 1,12%
BEI
Beiersdorf
Anteil der Short-Position: 0,59%
SHF
SNP SCHNEID.-NEUR...
Anteil der Short-Position: 0,57%

Berentzen: Defensiver Small Cap mit viel Potenzial

Die Berentzen-Aktie hat momentan fast nur einen Schwachpunkt: der Kurs kommt nicht recht von der Stelle und hat sich in einem Korridor zwischen 6 und 7 Euro festgefahren. Das sah 2015 noch ganz anders aus. Damals schoss die Notiz innerhalb eines halben Jahres von 4 auf 8 Euro und galt als entsprechend heißer Tipp in der Spezialwerteszene. Insbesondere der Tausch der Vorzugsaktien in stimmberechtigte Stämme heizte damals die Kursfantasie an. Im Hinterkopf hatten die Anleger dabei stets, dass Mehrheitsaktionär Aurelius Equity Opportunities mit der Umwandlung vermutlich die Weichen für den Ausstieg bei dem Getränkeanbieter stellte. Im März 2016 – bei Kursen um 7 Euro – ging die Münchner Beteiligungsgesellschaft dann tatsächlich in die Offensive und reduzierte ihren Anteil von 51 Prozent auf gut 29 Prozent. Ende April platzierte Aurelius ein weiteres Paket von 10,4 Prozent an die niederländische Investmentgesellschaft Monolith und hält seit dem noch 18,8 Prozent an Berentzen. Aus Investorensicht ist dieser potenzielle Aktienüberhang nicht gerade ein Idealszenario – und erklärt zu einem Großteil den aktuellen Seitwärtstrend. Immerhin hatte Aurelius – rund acht Jahre nach dem Einstieg – angekündigt, sich von allen Berentzen-Aktien trennen zu wollen. On top drückt momentan noch die Belastung durch den schwächelnden Alkoholabsatz mit türkischen Hotels auf die Notiz. Nach den jüngsten politischen Ereignissen ist hier auch so schnell nicht mit einer Besserung zu rechnen. Andererseits sind die Auswirkungen auf das Konzernergebnis einigermaßen überschaubar.

 

Berentzen-Gruppe  Kurs: 5,700 €

 

Für Anleger, die noch auf der Suche nach einem defensiven Small Cap mit fundamental ansprechender Bewertung sind, könnte diese Gemengelage sogar einen guten Einstiegszeitpunkt markieren. Operativ gibt es ansonsten nämlich wenig zu meckern bei Berentzen – und das sollte sich mittelfristig in spürbar höheren Kursen niederschlagen: „Alle drei Sparten des Konzerns laufen prima“, sagt Vorstandssprecher Frank Schübel im Gespräch mit boersengefluester.de. Im Spirituosenbereich kam die Gesellschaft aus dem niedersächsischen Haselünne zum Halbjahr auf ein Erlösplus von 7,2 Prozent auf knapp 44,40 Mio. Euro. Hier fokussiert sich Berentzen – auch marketingtechnisch – auf die Kernmarken Berentzen und Puschkin. Ebenfalls im Portfolio befindliche Schnäpse wie Doornkaart, Bommerlunder oder Echt Stonsdorfer haben ihren Zenit dagegen überschritten. Mit alkoholfreien Getränken setzte Berentzen im ersten Halbjahr 22,57 Mio. Euro um – das entspricht einem Zuwachs von 6,9 Prozent. Positiv ragen das Geschäft mit der Eigenmarke Mio Mio sowie die Entwicklung der noch relativ jungen Konzession für Sinalco heraus. Hier kletterte der Absatz um mehr als 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Durchhänger nach dem früher als gedachten Aus der Kooperation mit PepsiCo ist jedenfalls überwunden. Das betonen auch die Analysten von Hauck & Aufhäuser in ihrer jüngsten Studie zu Berentzen. Ihre unveränderte Einschätzung: Kaufen mit Kursziel 12 Euro.

Eigentlicher Treiber der Berentzen-Story bleibt aber die im Oktober 2014 zugekaufte TMP Technic-Marketing-Products aus Linz in Österreich. Die Gesellschaft stellt unter dem Namen Citrocasa Saftpressen für Gastronomie und Handel her. Das klingt zunächst einmal gar nicht so aufregend, doch das Wachstum ist rasant, zumal spezielle PET-Leerflaschen sowie die Orangen ebenfalls zum Programm gehören. „In diesem Jahr werden wir hier die Marke von 20 Mio. Euro beim Umsatz knacken“, sagt CEO Schübel. Zur Einordnung: 2015 trug der Bereich – offiziell heißt er Frischsaftsysteme – 17,25 Mio. Euro zum Konzernumsatz bei. Zum Halbjahr 2016 waren es 10,28 Mio. Euro. Auch entwickelt sich die neue kleinere Fruchtpresse „Revolution“ wie erhofft. Damit hat TMP nun drei Maschinenvarianten im Angebot. Direkte Konkurrenz fürchtet Berentzen-Vorstand Schübel nicht. Als Wettbewerber gelten aber das US-Unternehmen Zummo oder die spanische Zumex Group. Einziger Wermutstropfen ist, dass die Erntebilanz für Orangen schlechter ausgefallen ist als gedacht und die Bezugskosten für die Apfelsinen in die Höhe beförderten. Ergebnismäßig wird Berentzen die ursprüngliche avisierte „deutliche Steigerung“ beim Deckungsbeitrag der Orangenpressen daher wohl nicht erreichen und spricht im aktuellen Zwischenbericht nur noch von einer „leichten Steigerung“.

 

Berentzen-Gruppe  Kurs: 5,700 €

 

Regelmäßiges Thema auf Analystenveranstaltungen bei Berentzen ist der bis Mitte Oktober 2017 laufende 6,5-Prozent-Mittelstandsbond (WKN: A1RE1V) mit einem Volumen von 50 Mio. Euro. Aus heutiger Sicht eine teure Variante der Refinanzierung für das Traditionsunternehmen. Daher betont Schübel: „Wir werden keine neue Anleihe auflegen.“ Als Gradmesser für den Risikogehalt der Berentzen-Aktie taugt die momentan bei soliden 104 Prozent notierende Anleihe aber allemal. Aber auch sonst hat die Berentzen-Aktie ihren Charme: Sollte die Gesellschaft im kommenden Jahr erneut eine Dividende von 20 Cent pro Anteilschein auskehren, käme der Small Cap auf eine Rendite von brutto immerhin drei Prozent. Das 2017er-Kurs-Gewinn-Verhältnis veranschlagt boersengefluester.de zurzeit auf weniger als zwölf. Und gegen einen Aufschlag von 50 Prozent auf den Buchwert von gegenwärtig 4,30 Euro pro Aktie lässt sich wohl auch kaum etwas sagen.

Wer sich an der noch eher langweilen Charttechnik nicht stört, findet in Berentzen eine interessante Alternative zu den Aktien bekannter Getränkekonzerne wie Diageo, Camapri, Pernod-Ricard oder Rémy Cointreau. Das Bankhaus Oddo Seydler taxiert das Kursziel für Berentzen mit 9 Euro zwar nicht ganz so üppig wie Hauck & Aufhäuser. Aber auch hier zeigt sich, dass der Small Cap zurzeit wohl deutlich unter Wert gehandelt wird.

 

Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
  2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019e 2020e
Umsatzerlöse1 152,54 153,46 158,55 170,03 172,13 162,17 167,40 162,00
EBITDA1,2 8,40 12,60 15,66 17,51 16,41 17,33 18,36 15,60
EBITDA-Marge3 5,51 8,21 9,88 10,30 9,53 10,69 10,97 9,63
EBIT1,4 1,48 5,14 7,58 10,54 9,22 9,80 9,81 7,65
EBIT-Marge5 0,97 3,35 4,78 6,20 5,36 6,04 5,86 4,72
Jahresüberschuss1 -7,32 4,20 2,24 4,45 2,56 5,17 4,93 3,70
Netto-Marge6 -4,80 2,74 1,41 2,62 1,49 3,19 2,95 2,28
Cashflow1,7 -3,40 8,91 31,37 12,32 4,12 5,59 16,61 13,80
Ergebnis je Aktie8 -0,73 0,47 0.23 0,47 0,27 0,55 0,52 0,39
Dividende8 0,13 0,19 0,20 0,25 0,22 0,28 0,28 0,20
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben

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1 in Mio. Euro; 2 EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; 3 EBITDA in Relation zum Umsatz; 4 EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern; 5 EBIT in Relation zum Umsatz; 6 Jahresüberschuss (-fehlbetrag) in Relation zum Umsatz; 7 Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; 8 in Euro; Quelle: boersengefluester.de
Wirtschaftsprüfer: Warth & Klein Grant Thornton

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Berentzen-Gruppe
WKN Kurs in € Einschätzung Börsenwert in Mio. €
520160 5,700 Kaufen 54,72
KGV 2021e KGV 10Y-Ø BGFL-Ratio Shiller-KGV
12,39 16,86 0,733 19,93
KBV KCV KUV EV/EBITDA
1,18 3,29 0,33 2,299
Dividende '19 in € Dividende '20e in € Div.-Rendite '19e
in %
Hauptversammlung
0,28 0,20 4,91 02.07.2020
Q1-Zahlen Q2-Zahlen Q3-Zahlen Bilanz-PK
06.05.2020 11.08.2020 22.10.2020 26.03.2020
Abstand 60Tage-Linie Abstand 200Tage-Linie Performance YtD Performance 52 Wochen
3,41% -10,32% -16,67% -13,11%
    

 

Foto: Berentzen AG

 



Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse gründete im Mai 2013 die auf Datenjournalismus fokussierte Seite boersengefluester.de. Zuvor war er 19 Jahre bei dem Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. 2016 gewann Gereon Kruse mit boersengefluester.de beim viel beachteten finanzblog award der comdirect bank den Publikumspreis und belegte gleichzeitig noch den 3. Platz in der Jurywertung.