CAP
ENCAVIS
Anteil der Short-Position: 12,06%
WDI
WireCard
Anteil der Short-Position: 8,11%
COK
Cancom IT Systeme
Anteil der Short-Position: 7,65%
LHA
Lufthansa
Anteil der Short-Position: 7,50%
DEQ
Deutsche EuroShop
Anteil der Short-Position: 7,45%
SAE
SHOP APOTHEKE EUR...
Anteil der Short-Position: 6,73%
SDF
K+S
Anteil der Short-Position: 6,71%
DUE
Dürr
Anteil der Short-Position: 6,06%
GBF
Bilfinger Berger
Anteil der Short-Position: 5,82%
ZIL2
ElringKlinger
Anteil der Short-Position: 5,61%
TKA
ThyssenKrupp
Anteil der Short-Position: 4,82%
HFG
HELLOFRESH INH
Anteil der Short-Position: 4,09%
BOSS
HUGO BOSS
Anteil der Short-Position: 3,63%
ZO1
ZOOPLUS
Anteil der Short-Position: 3,44%
GLJ
GRENKE
Anteil der Short-Position: 3,23%
FRA
Fraport
Anteil der Short-Position: 2,78%
DRW8
DRAEGERWERK ST.A....
Anteil der Short-Position: 2,50%
EVD
CTS EVENTIM
Anteil der Short-Position: 2,00%
INS
INSTONE REAL EST.GRP
Anteil der Short-Position: 1,88%
EVK
EVONIK INDUSTRIES
Anteil der Short-Position: 1,60%
BVB
Borussia Dortmund
Anteil der Short-Position: 1,58%
UTDI
United Internet
Anteil der Short-Position: 1,24%
MOR
MorphoSys
Anteil der Short-Position: 0,69%

Baader Bank: Neubewertung als Plattformaktie

Das macht Nico Baader super geschickt. Bei seiner Präsentation auf der m:access-Konferenz der Börse München am 14. Oktober 2020 berichtet der Vorstand der Baader Bank natürlich über die extremen Anstiege im Hauptgeschäft als Market Maker, die positive Entwicklung bei den Kapitalmarktransaktionen und das, wegen seiner deutliche stabileren Erlösströme, künftig immer wichtiger werdende Konto- und Depotgeschäft – zum Beispiel für die neue Gruppe der Gratisbroker. Vom traditionellen Verständnis einer Wertpapierhandelsbank ist die Gesellschaft aber auf Distanz. „Wir verstehen uns als Plattformbetreiber“, sagt Nico Baader. Dabei weiß der Börsenprofi nur zu gut, dass Plattformunternehmen am Kapitalmarkt hoch im Kurs stehen. Das gilt endlich auch die Baader-Aktie: Nachdem der Anteilschein von 2015 bis 2019 um rund zwei Drittel an Wert eingebüßt hatte, dreht die Notiz im laufenden Jahr mächtig auf. Mit knapp 2,90 Euro nähert sich der Aktienkurs mittlerweile sogar wieder dem Niveau von Ende 2015.

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Und der der früher regelmäßig mit einem Abschlag zum Buchwert gehandelte Small Cap wird plötzlich mit einem Aufschlag von fast 50 Prozent auf das ausgewiesene Eigenkapital gehandelt. Doch momentan ist nicht die Zeit, Aktien vorwiegend unter Substanzgesichtspunkten zu beurteilen. Schon gar nicht, wenn die Geschäfte so florieren wie derzeit bei der Baader Bank: Zum Halbjahr 2020 drehte das operative Ergebnis von minus 1,82 Mio. auf plus 51,89 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Steuern erreichte rund 24 Mio. Euro. Solch eine Ausbeute lässt sich mit nicht auf das Gesamtjahr hochrechnen. Doch selbst wenn die Volatilität an den Märkten längst nicht mehr das Ausmaß von Februar/März oder auch April hat. Die neue Börsenlust ist noch immer zu spüren und sollte die Erträge auch im zweiten Halbjahr auf ein sehr ordentliches Niveau hieven.

 

Baader Bank  Kurs: 2,860 €

 

Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
  2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020e
Umsatzerlöse1 98,35 116,51 111,99 100,48 121,32 98,12 104,34 172,00
EBITDA1,2 11,47 10,16 0,05 -1,78 7,65 -14,22 0,98 79,00
EBITDA-Marge3 11,66 8,72 0,04 -1,77 6,31 -14,49 0,94 45,93
EBIT1,4 1,49 0,24 0,05 -1,78 7,65 -14,22 -8,02 72,00
EBIT-Marge5 1,51 0,21 0,04 -1,77 6,31 -14,49 -7,69 41,86
Jahresüberschuss1 0,28 -1,17 -8,37 -3,62 2,28 -21,02 -0,41 28,50
Netto-Marge6 0,28 -1,00 -7,47 -3,60 1,88 -21,42 -0,39 16,57
Cashflow1,7 -19,14 -16,28 9,65 62,99 147,38 -1,78 31,24 45,00
Ergebnis je Aktie8 0,00 -0,03 -0,18 -0,08 0,05 -0,46 -0,01 0,59
Dividende8 0,01 0,01 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,09
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben

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1 in Mio. Euro; 2 EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; 3 EBITDA in Relation zum Umsatz; 4 EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern; 5 EBIT in Relation zum Umsatz; 6 Jahresüberschuss (-fehlbetrag) in Relation zum Umsatz; 7 Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; 8 in Euro; Quelle: boersengefluester.de
Wirtschaftsprüfer: PricewaterhouseCoopers

 

Interessanter Nebensatz in dem Vortrag von Nico Baader: „Die Umsätze stammen in erster Linie von Retailkunden – mit Fokus auf ausländische Aktien, nicht so sehr deutsche Aktien.“ Für eine Webseite wie boersengefluester.de, die sich ganz stark auf heimische Spezialwerte konzentriert, ist das zunächst einmal keine besonders charmante Nachricht, wenn sich der Börsennachwuchs in erster Linie für Unternehmen wie Tesla, Amazon, Apple, Nel ASA, Zoom oder wie sie alle heißen, interessiert. Doch das sehen wir sportlich, schließlich haben wir unsere Nische selbst gewählt und sind ganz happy damit. Doch das nur am Rande. Für Unternehmen wie Baader gilt es künftig, das hochvolatile Handelsgeschäft in ein so gut es geht planbares Erlösmodell zu wandeln. Und dazu zählt etwa das Dienstleistungsgeschäft für schnell wachsende neue Anbieter wie die Neobroker.

Nochmals betont hat Nico Baader die Absicht, dass für 2020 eine Dividende ausgekehrt werden soll – nach zuvor fünf Nullrunden. Völlig freie Hand hat die Baader Bank trotz der zurzeit starken operativen Entwicklung dabei allerdings nicht, denn noch drängt der Regulator in Form von EZB oder auch BaFin auf eine Thesaurierung der Gewinne. „Ein ganz klares NEIN“, gibt es von Nico Baader hingegen als Antwort auf die Frage, ob die Familie Baader als Großaktionär mit fast 64 Prozent möglicherweise mit den Gedanken an eine Teilplatzierung spielt um so das attraktive Kursniveau zu nutzen. „Wenn wir den Streubesitz erhöhten wollten, würden wir das über eine Kapitalerhöhung machen. Aber die brauchen wir derzeit nicht. Wir schwimmen in Liquidität“, sagt Nico Baader.

Keine konkreten Pläne gibt es auch hinsichtlich eines Verkaufs des kroatischen Windparks, der Teil des Firmenvermögens ist und zwischenzeitlich sogar ein wichtiger Treiber für den Aktienkurs war. Per saldo hört sich das nach einer klassischen Neubewertungsstory für das in Unterschleißheim bei München angesiedelte Unternehmenan. Und die sollte noch nicht abgeschlossen sein. Zudem lenkt der gestiegene Börsenwert endlich auch größere Investorengruppen auf die im m:access gelistete Baader-Aktie.

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Baader Bank
WKN Kurs in € Einschätzung Börsenwert in Mio. €
508810 2,860 Kaufen 131,30
KGV 2021e KGV 10Y-Ø BGFL-Ratio Shiller-KGV
10,59 18,73 0,558 -92,26
KBV KCV KUV EV/EBITDA
1,43 4,20 1,26 133,434
Dividende '19 in € Dividende '20e in € Div.-Rendite '19e
in %
Hauptversammlung
0,00 0,09 0,00 11.08.2020
Q1-Zahlen Q2-Zahlen Q3-Zahlen Bilanz-PK
23.04.2020 30.07.2020 29.10.2020 11.05.2020
Abstand 60Tage-Linie Abstand 200Tage-Linie Performance YtD Performance 52 Wochen
9,04% 54,26% 150,88% 180,39%
    

Foto: Anne Nygård auf Unsplash


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Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse gründete im Mai 2013 die auf Datenjournalismus fokussierte Seite boersengefluester.de. Zuvor war er 19 Jahre bei dem Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. 2016 gewann Gereon Kruse mit boersengefluester.de beim viel beachteten finanzblog award der comdirect bank den Publikumspreis und belegte gleichzeitig noch den 3. Platz in der Jurywertung.