Archiv November 2017 – Kursbewegende Meldungen in kompakter Form

An dieser Stelle bieten wir Ihnen einen Überblick über interessante Unternehmensnachrichten – vom Blue Chip bis zum Spezialwert. Boersengefluester.de fasst den Inhalt kompakt zusammen und gibt eine kurze Einschätzung.


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30. November, 2017

Abermals hat der Vorstand von IFA Hotel & Touristik die Prognosen für 2017 nach oben angepasst und rechnet – aufgrund des Gewinns vor Steuern von 65,5 Mio. Euro aus dem Verkauf der drei spanischen Hotels IFA Beach, IFA Dunamar und IFA Continental – nun mit einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von rund 95 Mio. Euro. Dabei unterstellt das Management aufgrund der geringeren Hotelkapazitäten weiterhin einen rein operativen Rückgang des EBITDA um 2 bis 3 Mio. Euro. Den Nettogewinn für 2017 taxiert IFA Hotel jetzt auf rund 80 Mio. Euro. Die ursprüngliche Messlatte lag bei 10 bis 12 Mio. Euro. „Zusammengefasst sind wir mit dem Geschäftsjahr 2017 zum Q3 sehr zufrieden und sehen auch der Zukunft positiv entgegen“, heißt es offiziell. Hintergrund: IFA Hotel investiert viel Geld in neue Hotelprojekte in der Dominikanischen Republik sowie verschiedene Modernisierungsmaßnahmen. Der extrem hohe Gewinn für 2017 ist also ein Ausreißer. Trotzdem ist die IFA-Aktie spottbillig. Allein der Buchwert von 260,35 Mio. Euro übersteigt die Marktkapitalisierung von 190,04 Mio. Euro um ein gutes Drittel. Dabei weist IFA Hotel offiziell ein Netto-Finanzguthaben von knapp 35 Mio. Euro in der Bilanz aus – unter Berücksichtigung verschiedener Darlehen an Gesellschaften aus der Tourismusbranche ist das Guthaben sogar noch ein gutes Stück höher. Für boersengefluester.de bleibt der Titel kaufenswert, auch wenn Anleger bei dem Unternehmen immer wieder auf Überraschungen gefasst sein müssen und der Aktienkurs seit einigen Monaten kaum von der Stelle kommt.


Ziemlich hektisch schwankte in den vergangenen Monaten der Aktienkurs von YOC. Per saldo steht für den Anbieter von mobilen Werbeformaten freilich eine super Performance von zurzeit 133 Prozent seit Jahresbeginn. Operativ befindet sich die Gesellschaft um CEO und Großaktionär Dirk Kraus weiter auf dem Weg der Besserung. 2017 erzielten die Berliner in jedem Quartal mehr als 3 Mio. Euro Umsatz, wobei das Abschlussviertel deutlich mehr Erlöse bringen sollte – boersengefluester.de rechnet mit gut 4,6 Mio. Euro Umsatz. Bereinigt um die Aufwendungen für das virtuelle Aktienoptionsprogramm will YOC 2017 auf ein „leicht positives“ Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) kommen. „Entscheidenden Anteil daran hat der deutlich wachsende Umsatz aus dem strategisch wichtigen automatisierten Vertrieb über interagierende Handelssysteme in Echtzeit”, sagt Kraus. Zurzeit arbeiten die Berliner an der Fertigstellung der eigenen programmatischen Handelsplattform, womit sich YOC von Drittanbietern unabhängig macht. Weitere Details dürfte Kraus bereits am 13. Dezember auf der von GBC veranstalteten MKK Münchner Kapitalmarkt Konferenz verraten. Boersengefluester.de ist gespannt, wie weit YOC mit der eigenen Plattform genau ist – zumal über das Thema bei unserem jüngsten Treffen mit Kraus auf einer Investorenkonferenz im September eher mit vorgehaltener Hand gesprochen wurde. Für 2018 stellt Firmengründer Kraus operativ positive Ergebnisse in Aussicht. Vielleicht schafft es die Gesellschaft ja tatsächlich, das immer deutlich negative Eigenkapital aus eigener Kraft ins positive Terrain zu drehen. Bislang hatte boersengefluester.de seine Zweifel daran, allerdings ist es in der Tat beachtlich, welche Entwicklung YOC genommen hat. Allerdings kommt das Unternehmen mittlerweile auch schon auf einen Börsenwert von fast 28 Mio. Euro. Soll heißen: YOC muss den Turnaround auch tatsächlich liefern. Perspektivisch bleibt YOC für uns ein Übernahmekandidat.



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23. November, 2017

Mit Schwung nähert sich der Aktienkurs von HanseYachts der Marke von 10 Euro, dem höchsten Stand seit mehr als neun Jahren. Damals befand sich die Notiz allerdings – unter dem Eindruck der Finanzkrise – im freien Fall und rauschte innerhalb von 1,5 Jahren um mehr als 90 Prozent bis auf 2,50 Euro in die Tiefe. Parallel dazu knickten im Geschäftsjahr 2008/09 (30. Juni) die Erlöse von 135 auf 58 Mio. Euro und sorgten auf EBIT-Basis für einen negativen Swing von plus 7,8 auf minus 21,0 Mio. Euro. So gesehen sind die Greifswalder trotz einiger Zukäufe mit Erlösen von zuletzt annähernd 129 Mio. Euro und einem EBIT von plus 5,1 Mio. Euro immer noch ein gutes Stück von früheren Größenordnungen entfernt. Dennoch ist der Turnaroundkurs der mehrheitlich zu Aurelius gehörenden Gesellschaft mehr als beachtlich. Boersengefluester.de hat regelmäßig über die gute Entwicklung berichtet – zuletzt etwa HIER. Umso gespannter sind wir auf die Präsentation des Managements am 29. November 2017 auf Eigenkapitalforum in Frankfurt. Im kürzlich vorgelegten Geschäftsbericht für 2016/17 zeigt sich CEO Jens Gerhardt zuversichtlich stellt weitere Erlössteigerungen in Aussicht. Das Interesse der Investoren dürfte an HanseYachts dürfte jedenfalls ungleich größer sein als in den vergangenen Jahren, schon allein weil die Gesellschaft mit einer Marktkapitalisierung von 108,5 Mio. Euro auf dem Radarschirm vieler Profianleger überhaupt erst auftaucht. Keine übermäßigen Erwartungen sollten Börsianer derweil an die anstehenden Zahlen für das Auftaktquartal haben. Q1 ist regelmäßig von hohen Verlusten geprägt. Dennoch: Im Branchenvergleich ist der Small Cap noch immer eher moderat bewertet und ein Exit von Aurelius dürfte vermutlich erst im kommenden Jahr ein realistisches Szenario sein.


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21. November, 2017

Zur Höchstform läuft seit Mitte August der Aktienkurs der FinTech Group auf. Mit mittlerweile knapp 25 Euro nähert sich die Notiz sogar dem zuletzt von den Analysten der Commerzbank auf 30 Euro heraufgeschraubten Kursziel. Die Marktkapitalisierung des „Noch-Scale“-Titels türmt sich derweil auf rund 417 Mio. Euro – bei einem Streubesitzanteil von knapp 49 Prozent. Mit ein wenig Fortune könnte die Gesellschaft um den Discount-Broker flatex im Sommer 2018 damit zu den Aspiranten für einen SDAX-Platz gehören. Das dafür notwendige Upgrade in den Prime Standard wird vermutlich im zweiten Quartal des kommenden Jahres erfolgen. Am 27. November 2017 wird Finanzvorstand Muhamad Charour auf dem Eigenkapitalforum in Frankfurt präsentieren – boersengefluester.de ist vor Ort. Für den 4. Dezember 2017 haben die Frankfurter zudem eine außerordentliche Hauptversammlung angesetzt. Die wesentlichen Tagungspunkte: Eine Satzungsänderung, die die operative Ausrichtung der Gesellschaft stärker betont. Eine deutliche Erhöhung des bedingten Kapitals – also dem zulässigen Rahmen für die Ausgabe von Wandel-, Optionsanleihen oder Genussrechten – sowie eine Anpassung des Optionsprogramms. Außerdem soll ein Gewinnabführungsvertrag zwischen der FinTech Group AG und der FinTech Group Finanz GmbH (ehemals XCOM) erfolgen. Letztlich dürften alle Punkte eine große Mehrheit finden, zumal sie unter anderem auch dem starken Kursanstieg der FinTech Group-Aktie Rechnung tragen. Wir bleiben bei unserer positiven Einschätzung und rechnen mit einem anhaltend positiven Newsflow. Indirekter Profiteur der guten Performance der FinTech Group ist die Aktie der Beteiligungsholding Heliad Equity Partners. Die ebenfalls in Frankfurt sitzende Gesellschaft hält 17,24 Prozent der Stücke an der FinTech Group.


Für Heidelberg Pharma – ehemals Wilex – ging es bei der jüngsten Kapitalerhöhung schlicht und ergreifend um das finanzielle Überleben. Schließlich drohten bei dem auf die Bekämpfung von Krebs mithilfe der toxischen Wirkung des Grünen Knollenblätterpilzes spezialisierten Biotechunternehmen im zweiten Quartal 2018 die Lichter auszugehen. Keine schöne Vorstellung, zumal die Gesellschaft zuletzt eine Reihe von aussichtsreichen Kooperationen angestoßen hat. Von daher dürften allen Beteiligten ein paar Steine vom Herzen gefallen sein, denn insgesamt war die Finanztransaktion, sie bestand aus einer Kombination von Barkapitalerhöhung plus der Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen, ein voller Erfolg. Auf Großaktionär dievini Hopp BioTech holding war dabei einmal mehr Verlass, immerhin zeichnete der Investor nicht nur fleißig Aktien, sondern übernahm auch noch mehr als 90 Prozent aller Wandler. Insgesamt hat Heidelberg Pharma somit sämtliche neuen Aktien und auch das komplette Angebot an Covertibles platziert. Inklusive der Sacheinlage (siehe dazu auch den Bericht von boersengefluester.de HIER) fließen dem Unternehmen brutto rund 34,4 Mio. Euro zu, die in erster Linie für die Weiterentwicklung des Hauptproduktkandidaten HDP-101 gegen das Multiple Myelom (Knochenmarkkrebs) verwendet werden sollen. Die Finanzierungsreichweite ist nun jedenfalls erst einmal bis 2020 gesichert. Das sollte Vertrauen bei den Investoren schaffen. Auf Basis der neuen Aktienzahl von 22.452.570 Stück und einem Aktienkurs von 2,86 Euro beträgt die Marktkapitalisierung von Heidelberg Pharma nun gut 64 Mio. Euro. Aus der Wandelanleihe können bis zum Laufzeitende in zwei Jahren bis zu 5.757.069 weitere neue Aktien entstehen, dabei berechtigen je 13 Wandler zum Bezug von fünf Aktien – Wandlungspreis: 2,60 Euro. Für boersengefluester.de bleibt die Aktie von Heidelberg Pharma ein aussichtsreiches Investment. Beinahe überflüssig zu erwähnen, dass der Titel nur für sehr risikobereite Anleger in Frage kommt.



20. November, 2017

An frühere Glanzzeiten kommen die Zahlen von SMT Scharf noch längst nicht heran. Doch nach dem langen Siechtum des Herstellers von Transportsytemen für den Einsatz im Bergbau honorieren die Anleger, dass die Talsohle – trotz eines unvermindert harten Wettbewerbs – durchschritten ist und es endlich wieder aufwärts geht. Jedenfalls zeigt sich der Aktienkurs seit dem Juli-Tief bei knapp 11,30 Euro wieder von seiner Schokoseite und steht nun bei knapp unter 15 Euro. Hintergrund: Anfang November präsentierte SMT Scharf vorläufige Neun-Monats-Zahlen und legte parallel dazu die Messlatte für das zu erwartende Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ein Stück höher. Demnach stellt CEO Hans Joachim Theiß für 2017 nun ein EBIT zwischen 3,7 und 4,2 Mio. Euro in Aussicht – bei Umsätzen von mindestens 44 bis 48 Mio. Euro. Zur Einordnung: Nach neun Monaten 2017 kommt die Gesellschaft aus Hamm auf Erlöse von 35,19 Mio. Euro sowie ein Betriebsergebnis von 3,93 Mio. Euro. Vor diesem Hintergrund sehen die Planungen für das Gesamtjahr sogar noch eher tiefgestapelt aus. Allerdings sollten Anleger berücksichtigen, dass das dritte Quartal durch Währungseffekte, einen sehr günstigen Produktmix und die Auflösung von Rückstellungen für mögliche Zahlungsausfälle positiv beeinflusst wurde. Ein Zeichen für das Vertrauen der Investoren ist außerdem, dass SMT kürzlich in Windeseile eine Kapitalerhöhung im Volumen von brutto 5,4 Mio. Euro platzieren konnte. Da der SDAX-Konzern auch vor der Transaktion eine belastbare Bilanz hatte, gehen Firmenkenner davon aus, dass SMT Scharf kurz vor einem Firmenzukauf stehen könnte. Unter Bewertungsaspekten gefällt boersengefluester.de die Aktie von SMT Scharf weiterhin sehr gut. Der Börsenwert von knapp 69 Mio. Euro entspricht zwar etwa dem 20fachen des derzeit von uns für 2018 erwarteten Netto-Gewinns. Doch wir halten es für durchaus möglich, dass SMT Scharf im kommenden Jahr weiterhin positiv überraschen wird und die Bewertung somit entsprechend sinkt. Das aktuelle Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) von annähernd 1,5 liegt ebenfalls noch deutlich unter dem langjährigen Mittelwert.


Um mehr als 40 Prozent rauschte der Aktienkurs von Verbio Vereinigte Bioenergie im September nach unten, als der Anbieter von Biokraftstoffen zwar gute Zahlen für das Geschäftsjahr 2016/17 (30. Juni), aber einen ernüchternden Ausblick für die neue Abrechnungsperiode präsentierte. Demnach dürfte das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von zuvor gut 92 auf rund 50 Mio. Euro einknicken. Ob die Reaktion der Investoren übertrieben war, lässt sich noch nicht abschließend sagen. Auffällig ist jedoch, dass sich die Notiz ganz vorsichtig wieder berappelt. Dabei gibt es fundamental keine neuen Erkenntnisse: Der kürzlich vorgelegte Bericht für das Auftaktquartal 2017/18 entsprach mit einem nur leicht rückläufigen EBITDA von 15,9 Mio. Euro den Erwartungen und auch die Prognose für das Gesamtjahr wurde vom Vorstand bestätigt. Als Dividendenwert ist Verbio in der Szene wohl eher kein Begriff, andererseits bedeutet die zur Hauptversammlung am 2. Februar 2018 vorgeschlagene Ausschüttung von 0,20 Euro je Aktie eine Rendite von immerhin 2,3 Prozent. Die Analysten von Matelan Research haben zuletzt ihre Halten-Empfehlung mit Kursziel 9,10 Euro bestätigt. Allerdings betonten die Experten auch: „Bei Kursen um 8 Euro ist die Aktie wieder deutlich attraktiver geworden und der Aufbau einiger Positionen könnte in Betracht gezogen werde.“ Möglicherweise haben sich nun einige Anleger an diese Einschätzung gehalten. Auch wenn die Bewertung der Verbio-Aktie auf Basis der Zahlen für 2017/18 eher unvorteilhaft aussieht. Mittelfristig überwiegen auch für boersengefluester.de weiterhin die positiven Aspekte.




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16. November, 2017

Die gute Nachricht im neuesten Zwischenbericht von Francotyp-Postalia: Der Hersteller von Frankier- und Kuvertiermaschinen bleibt bei seiner Prognose und geht für 2017 weiterhin von leicht steigendenden Erlösen und einem leicht verbesserten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBIDA) aus. Nach den doch ziemlich enttäuschenden Zahlen zum Halbjahr (siehe dazu den Beitrag von boersengefluester.de HIER) hätte es uns im Prinzip nicht gewundert, wenn CEO Rüdiger Andreas Günther die Ziele hätte tiefer hängen müssen. Trotzdem: An der Börse hat die Aktie ihren Zauber vom Jahresanfang längst verloren. Irgendwie beschleicht einen das mulmige Gefühl, dass die forschen Langfristprognosen des Managements mit der Ist-Situation womöglich doch nicht in Einklang zu bringen sind. Beim Umsatz tritt Francotyp-Postalia auf der Stelle und auch margenmäßig sind kaum Fortschritte zu erkennen – selbst wenn es zu berücksichtigen gilt, dass die Berliner momentan erhebliche Belastungen aus dem Effizienzsteigerungsprogramm zu schultern haben. Bis zu einem „dynamischen Wachstumsunternehmen“, zu dem sich Francotyp-Postalia entwickeln will, ist es jedenfalls noch ein gutes Stück Wegstrecke. Dabei muss Vorstandschef Günther im kommenden Jahr definitiv liefern, um nicht noch zusätzliches Vertrauen bei den Investoren zu verspielen. „2018 wird das Jahr der Umsetzung. Wir verlieren keine Zeit. Unsere mittel- und langfristigen Ziele haben wir dabei klar im Fokus“ sagt Günther. Demnach soll die EBITDA-Marge bis 2020 von derzeit 13 auf 17 Prozent klettern – bei einem Umsatz von 250 Mio. Euro. Bewertungstechnisch sieht das Unternehmen beim gegenwärtigen Börsenwert von 75 Mio. Euro damit durchaus interessant aus. Wer den Titel noch im Depot hat, sollte daher durchhalten. Für größere Neuengagements sehen wir zum jetzigen Zeitpunkt allerdings keinen Grund.



15. November, 2017

Ein schlechtes Timing hatten wir zuletzt mit unserer Berichterstattung (HIER) zur Aktie von Fabasoft – immerhin erwischten wir den Softwaretitel Mitte Oktober auf einem Zwischenhoch bei rund 12 Euro. Mittlerweile gibt es das Papier mit einem Discount von 20 Prozent – also für 10 Euro. Dabei hat sich die Investmentstory des Unternehmens aus Linz nicht verschlechtert. Im Gegenteil: Die jetzt vorgelegten Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahrs 2017/18 (31. März) sehen richtig gut aus. Immerhin erreichte die EBIT-Marge mit knapp 18 Prozent ein Niveau wie zuletzt fast im Abschlussviertel des Geschäftsjahrs 2012/13. Insgesamt steht zum Halbjahr nun ein Erlösplus von knapp 15,6 Prozent auf 15,69 Mio. Euro sowie ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 2,61 Mio. Euro zu Buche – nach 983.000 Euro in der entsprechenden Vorjahresperiode. Das Ergebnis je Aktie kam von 0,06 auf 0,18 Euro voran. Eine konkrete Prognose für das Gesamtjahr verkneift sich der Vorstand einmal mehr. Mit dem Fokus auf Cloud-Services und Dokumenten-Management, wobei wichtige Kunden aus dem behördlichen Sektor kommen, liegt Fabasoft jedoch gut im Rennen. Zudem haben die Österreicher mit der Wissensmanagement-Software Mindbreeze InSpire einen echten Hoffnungsträger. Boersengefluester.de bleibt bei der Halten-Einschätzung für die Fabasoft-Aktie. Die Bewertung ist freilich immer noch vergleichsweise hoch, allerdings verfügt das Unternehmen über eine kerngesunde Bilanz. Zudem könnten die kommenden Wochen ohnehin interessant werden. Dem Vernehmen nach überlegt Fabasoft, “geeignete Kapitalmaßnahmen zu initiieren, um erfolgversprechende Expansions- und Wachstumsoptionen wahrzunehmen”. “Dabei soll auch die Erhöhung der Handelsliquidität der Fabasoft Aktie als Ziel adressiert werden”, wie es offiziell heißt. Derzeit befinden sich nur 30,6 Prozent im Streubesitz. Der Rest ist im Wesentlichen der Fallmann & Bauernfeind Privatstiftung zuzurechnen, hinter der sich die beiden Vorstände und Firmengründer verbergen. Gut möglich also, dass es eine Kapitalerhöhung geben wird, bei der die Gründer nicht mitziehend werden. Darüber könnte es sogar noch zu einer Umplatzierung kommen. Für die Fabsoft-Aktie kann das langfristig gesehen eigentlich nur gut sein.



14. November, 2017

Noch sind die Folgen des Kursrutsches der Aktie von IBU-tec advanced materials materials im Zuge der Prognoseanpassung von Ende Oktober nicht ganz verheilt. Doch für Anleger, die cool geblieben sind und nicht verkauft haben, hat das Spezialchemie-Unternehmen gute Nachrichten parat: So hat IBU-tec einen umfangreichen Rahmenvertrag mit einem Neukunden im Bereich Batteriewerkstoffe geschlossen – forciert also das Thema Elektromobilität. Eine erste „signifikante“ Bestellung ist bereits erfolgt, für das kommenden Jahr rechnet die Gesellschaft aus Weimar mit Order im unteren siebenstelligen Euro-Bereich. „Nachdem wir bei stationärer Energiespeicherung bislang im Bereich Forschung und Entwicklung intensiv aktiv waren, stellt diese Produktionsvereinbarung eine neue Dimension für IBU-tec dar“, sagt CEO Ulrich Weitz. An der Börse kommt diese, für den Scale-Pionier IBU-tech, in der Tat wichtige Meldung gut an – auch wenn keinen Namen genannt wurden. Die Notiz legt um mehr als fünf Prozent auf 17,60 Euro zu. Passend ist das Timing aber auch, weil der Vorstand am 28. November auf dem Eigenkapitalforum in Frankfurt präsentieren wird. Wenig später geht es dann zur MKK Münchner Kapitalmarkt Konferenz. Da lässt es sich mit guten Meldungen im Gepäck deutlich überzeugender vortragen. Für 2017 musste die Gesellschaft kürzlich ihre Ziele spürbar kürzen und rechnet mit Erlösen leicht unterhalb des Vorjahreswerts von 17,74 Mio. Euro und einer EBIT-Marge im „gut zweistelligen Bereich“. Ursprünglich war von einer Umsatzsteigerung und einer operativen Rendite (vor IPO-Aufwendungen) von rund 20 Prozent die Rede. Zurzeit ist das Papier eine gute Halten-Position für boersengefluester.de.


Börse brutal: Um rund 13 Prozent auf 15,73 Euro stürzte die Notiz von Centrotec Sustainable ab, nachdem der Anbieter von Heizungs- und Klimasystemen die Prognosen für 2017 stutzen musste. Demnach rechnet die Gesellschaft nun bei Umsätzen im mittleren Bereich der Spanne von 575 bis 600 Mio. Euro mit einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) zwischen 28 und 30 Mio. Euro – nach bislang 33 bis 35 Mio. Euro. Zur Einordnung: Nach neun Monaten 2017 kommt das Centrotec auf ein EBIT von 19,17 Mio. Euro. Verglichen mit dem Ausmaß der Gewinnwarnung sieht der Verlust an Marktkapitalisierung von rund 41,5 Mio. Euro freilich sehr üppig aus. Schließlich notiert der Spezialwert nur noch um rund 15 Prozent über Buchwert. Aus diesem Grund rät boersengefluester.de auch, bei dem Titel engagiert zu bleiben. Keine Frage: Bei dieser Aktie hatten wir auf eine wesentlich bessere Entwicklung gehofft, zumal die grundlegenden Trends in der Baubranche positiv für Centrotec sein sollten. Nun bleibt zu hoffen, dass sich die Notiz zunächst einmal stabilisiert. Aktuelle Marktkapitalisierung: knapp 282 Mio. Euro. Am 28. November präsentiert der Vorstand auf dem Eigenkapitalforum in Frankfurt.


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13. November, 2017

Eine faustdicke Dividendenüberraschung liefert EHW Eisen- und Hüttenwerke: Zur Hauptversammlung am 2. März 2018 will die zu 87,89 Prozent im Besitz von ThyssenKrupp Steel Europe AG befindliche Gesellschaft – inklusive einer Bonuszahlung von 2,00 Euro – eine Gesamtdividende von 2,75 Euro je Aktie ausschütten. Bezogen auf den aktuellen Kurs von 20,35 Euro ergibt das eine Rendite von knackigen 13,5 Prozent. Interessant: Der Großaktionär, quasi der Stahlbereich des DAX-Konzerns ThyssenKrupp, will die auf ihn entfallende Dividendensumme – brutto immerhin 42,58 Mio. Euro – „zur Stärkung der Zukunftsfähigkeit der beiden Beteiligungskreise der Eisen- und Hüttenwerke AG zu verwenden“. Das Geld fließt also in die Portfoliogesellschaften von ThyssenKrupp Rasselstein (Verpackungsstahl) und ThyssenKrupp Electrical Steel (Elektrobänder). Das ist insofern wichtig, weil damit der – zumindest auf dem Papier – fällige Dividendenabschlag sich nicht zwangsläufig auf den vollen Ausschüttungsbetrag ausdehnen muss. Zwar stammt das Geld natürlich aus den Rücklagen von EHW und mindert den Wert des Unternehmens entsprechend. Andererseits kommt die Millionensumme den beiden Beteiligungskreisen zugute, erhöht also entsprechend den Wert des Portfolios. Dabei sind EHW 40,8 Prozent an dem Beteiligungskreis Rasselstein und 37,5 Prozent an dem von Electrical Steel zuzurechnen. Offen ist gegenwärtig noch, was den Ausschlag für die Sonderdividende gab, schließlich hörte sich der Dividendenausblick auf der jüngsten Hauptversammlung noch weit vorsichtiger an. Beachten sollten Anleger, dass der Titel ein reinrassiger Spezialwert mit sehr überschaubaren Handelsumsätzen ist. Dennoch hat die EHW-Aktie – trotz der meist mauen Performance – seit vielen Jahren eine feste Fangemeinde. Den Jahresbericht legt EHW – zeitlich mit ThyssenKrupp – am 23. November 2017 vor.


Die Aktie des Sektherstellers Schloss Wachenheim hatte zuletzt einen Aboplatz auf der All-Time-High-Liste der heimischen Spezialwerte. Allein in den vergangenen sechs Monaten gewann das – ansonsten vergleichsweise wenig beachtete – Papier um rund 30 Prozent an Wert. Aktuelle Marktkapitalisierung: Etwas mehr als 173 Mio. Euro, was für ein Unternehmen wie Schloss Wachenheim noch immer recht moderat ist. Jedenfalls wird der Small Cap gerade einmal mit einem Aufschlag von 16 Prozent auf den Buchwert gehandelt. Zur Hauptversammlung am 23. November 2017 in Trier steht eine um 5 Cent auf 0,48 Euro je Aktie erhöhte Dividende auf der Agenda. Damit bringt es das Papier auf eine Rendite von immerhin 2,2 Prozent. Die operativen Geschäfte laufen zurzeit sehr ordentlich. Freilich sind die jetzt vorgelegten Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahrs 2017/18 (30. Juni) noch nicht übermäßig aussagekräftig, auch wenn der Zuwachs beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 19 Prozent auf 5,92 Mio. Euro bemerkenswert hoch ist. Entscheidend für Schloss Wachenheim ist – wie für die gesamte Branche – das Quartal mit dem Weihnachts- und Silvestergeschäft. Bei Schloss Wachenheim fällt es in das zweite Viertel des Wirtschaftsjahrs. Da 2017 sowohl der 24. Dezember als auch der 31. Dezember auf einen Sonntag fallen, bleibt abzuwarten wie sich die Konsumenten darauf einstellen. Im Grunde fehlt dem Einzelhandel jeweils zumindest ein halber Tag. Nun: Verdursten wird hierzulande an den Feiertagen wohl in diesem Jahr keiner. Einen nicht unerheblichen Einfluss aufs Ergebnis haben allerdings auch die für die Trierer wichtigen osteuropäischen Währungen. Bislang stellt das Management für das Gesamtjahr einen leichten Anstieg des EBIT sowie ein Netto-Ergebnis auf dem Niveau von 2016/17 in Aussicht – also etwa im Bereich um 15,7 Mio. Euro. Großaktionär bei der im General Standard gelisteten Schloss Wachenheim ist mit einem Anteil von 70 Prozent die Günther Reh AG (Faber Sekt) – entsprechend überschaubar sind die Handelsumsätze. Wer sich daran nicht stört, findet in Schloss Wachenheim aber ein prima Langfristinvestment.


 |  Exklusive Researchberichte und Analysen zu deutschen Aktien

09. November, 2017

Aktienkurs und Fundamentaldaten laufen die meiste Zeit unterschiedlich schnell, ehe sie am Ende doch wieder zusammenfinden. So zumindest die Theorie – meist aber auch die Praxis: Als Pierre Hofer, der Vorstand von pferdewetten.de, Anfang Mai 2017 den Wiedereinstieg in den Sportwettenmarkt beschlossen (siehe dazu auch den Bericht von boersengefluester.de HIER), beschleunigte die Notiz von pferdewetten.de innerhalb weniger Wochen von 10 Euro auf in der Spitze fast 17 Euro. Beinahe so, als ob die Düsseldorfer aus dem Stand zu einem der Marktführer im Bereich Sportwetten geworden wären, was natürlich Unfug ist. Und wer Pierre Hofer ein wenig kennt, der weiß, dass ihm dieser rasante Anstieg wohl ohnehin nicht ganz geheuer war. So gesehen ist die jüngste Konsolidierungsphase des Small Caps zwischen 14 und 12 Euro eine gesunde Entwicklung, spiegelt sie die aktuelle Realität doch ziemlich gut wieder. Dabei entwickelt das angestammte Geschäft mit Pferdewetten dynamisch weiter. So liegen die Umsatzerlöse von knapp 5,50 Mio. Euro nach neun Monaten 2017 um gut 13 Prozent über dem entsprechenden Vorjahreswert. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) bewegte sich derweil mit 1,41 Mio. Euro um 1,8 Prozent unter Vorjahr. Das wiederum ist ein sehr ordentlicher Wert, denn die Gesellschaft hat bereits mit den Investitionen für die Erweiterung des Geschäftsmodells Richtung Sportwetten begonnen und darüber hinaus auch Aufwendungen von vermutlich rund 50.000 Euro für den Wertpapierprospekt im Zusammenhang mit der Börsenzulassung aller Aktien unter einheitlicher WKN verarbeitet. Last but not least stärkt pferdewetten.de die „betriebliche Infrastruktur“ und rüstet sich für den Erwerb der deutschen Pferdewettlizenz. So gesehen ist es eher eine positive Überraschung, dass CEO Hofer – trotz aller Sonderfaktoren – bei seiner Prognose für 2017 bleibt, und weiterhin ein EBIT in einer Spanne zwischen 1,8 und 2,2 Mio. Euro in Aussicht stellt. Dem steht derzeit eine Marktkapitalisierung von knapp 57 Mio. Euro gegenüber, was dem 4,5fachen des Eigenkapitals entspricht. Für langfristig orientierte Small-Cap-Investoren bleibt die Aktie eine gute Wahl. Die Bewertung ist nicht abgehoben und perspektivisch bietet die Expansion Richtung Sportwetten erkleckliche Ertragsfantasie.


Mit den Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahrs 2017/18 (31. März) liefert Heidelberger Druckmaschinen zwar keine positive Überraschung. Trotzdem untermauert der Zwischenbericht die gute Performance der SDAX-Aktie in den vergangenen Monaten. So liegen die Heidelberger beim Umsatz – maßgeblich währungsbedingt – mit 559,27 Mio. Euro um gut 4,5 Prozent unter Vorjahr. Geringere sonstige betriebliche Aufwendungen und ein weiter verbessertes Finanzergebnis sorgen jedoch dafür, dass der Gewinn nach Steuern mit 16,00 Mio. Euro spürbar über dem entsprechenden Vorjahreswert von 9,18 Mio. Euro liegt. Insgesamt steht nach sechs Monaten ein leicht positives Netto-Ergebnis von 271.000 Euro. Bei der operativen Marge – bezogen auf das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) – liegt HeidelDruck mit knapp 5,7 Prozent zum Halbjahr noch unterhalb der für das Gesamtjahr ausgegebenen Zielvorgabe von 7,0 bis 7,5 Prozent. Doch die Gesellschaft arbeitet hart daran, die Effizienz weiter zu steigern. Risiken bei der weiteren Entwicklung identifiziert das Management freilich auch. „Die gezielte Reduzierung des Gebrauchtmaschinenhandels, die sich seit Mitte des Jahres 2017 abzeichnenden negativen Währungseffekte vor allem in Asien sowie eine spürbare Investitionszurückhaltung im nordamerikanischen Markt könnten sich im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2017/18 dämpfend auf das Auftrags- und Umsatzvolumen auswirken“, heißt es im Zwischenbericht. Letztlich befindet sich das Unternehmen bei seiner Digitalisierungsstrategie jedoch auf Kurs. Ähnlich wie Wettbewerber Koenig & Bauer, setzen auch die Heidelberger auf Verpackungs- und Etikettendruck sowie das Servicegeschäft. Per saldo gefällt boersengefluester.de die Investmentstory von Heidelberger Druckmaschinen richtig gut. Wer keinen übermäßigen Wert auf Dividenden legt und darauf vertraut, dass die Gesellschaft die erheblichen Umwälzungen in der Branche meistert und gleichzeitig die eigene Bilanzqualität weiter auf Vordermann bringt, ist mit dem Titel prima bedient. Ein wenig vorsichtigere Investoren fahren vermutlich mit dem Anteilschein von Koenig & Bauer etwas besser – auch wenn er höher bewertet ist.

08. November, 2017

Sygnis bleibt unter Investmentgesichtspunkten ein schwieriges Thema. Seit Monaten kommt der Kurs des Anbieters von Tools zur DNA- und Protein-Analyse nicht vom Fleck, bewegt sich tendenziell sogar nach unten. Die Skepsis der Investoren ist nicht unbegründet: Seit einer gefühlten Ewigkeit befindet sich Sygnis auf Akquisitionstour und vermittelt immer wieder den Eindruck, dass mit dem jüngsten Zukauf – oft verbunden mit einer Kapitalerhöhung – nun die entscheidende Verstärkung gelungen sei. Tatsächlich kommen die unbereinigten Zahlen von Sygnis ernüchternd daher: Nach neun Monaten 2017 steht bei Umsätzen von 5,34 Mio. Euro ein Netto-Verlust von 3,14 Mio. Euro. Der operative Cashflow sank von minus 2,13 auf minus 3,02 Mio. Euro. Etwas ermutigender sehen die um akquisitorische Sondereffekte bereinigten Daten aus. Hier steht nach neun Monaten 2017 „nur“ ein Verlust von knapp 1,23 Mio. Euro. Finanzvorstand David Roth zeichnet trotzdem ein positives Bild von der aktuellen Situation und kündigt für das Abschlussquartal 2017 den Break-even beim operativen Cashflow an. Das Umsatzziel für 2017 setzt er zwischen 7 und 8 Mio. Euro an. Markant schwarze Zahlen sind freilich kaum vor 2019 zu erwarten. Die Analysten von GBC erwarten für 2019 einen Überschuss von gut 2 Mio. Euro, was bei der jetzigen Aktienzahl von knapp 44,9 Millionen Stück auf ein Ergebnis pro Aktie von annähernd 0,05 Euro hinauslaufen würde. Mit Blick auf das KGV bleibt Sygnis damit aber auch auf 2019er-Basis nicht übermäßig interessant. Der Börsenwert beträgt zurzeit rund 65 Mio. Euro. Zumindest für die Experten von GBC ist das viel zu niedrig. Sie halten Sygnis auf dem aktuellen Niveau von 1,45 Euro locker für einen Kursverdoppler und trauen dem Papier einen fairen Wert von 3,30 Euro zu. Nun: Der Markt zeigt sich von dem Potenzial eher unbeeindruckt und will wohl erst einmal sehen, dass nicht nur die Umsätze von Sygnis steigen, sondern auch unterm Strich mal etwas übrig bleibt.


Wirklich inspirierend sind auch die Q3-Zahlen von HolidayCheck nicht gerade. Zwar stiegen die Umsätze gegenüber dem vergleichbaren Quartal des Vorjahrs um 8,2 Prozent auf 31,98 Mio. Euro – unter anderem eine Folge der nochmals erhöhten Marketingaufwendungen von 18,72 Mio. Euro. Gleichzeitig erwirtschaftete das auf Bewertungsportale für Urlaubsreisen (holidaycheck.de) spezialisierte Unternehmen allerdings ein negatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von knapp 1,51 Mio. Euro, was wiederum weniger erfreulich ist. Mit gutem Willen lässt sich zwar sagen, dass das Minus des direkten Vorquartals um rund 1,2 Mio. Euro gedrückt wurde und der Vorstand seine Prognosen für das Gesamtjahr sogar leicht optimistischer formuliert – die Gesellschaft befindet sich also mindestens im Plan. Es bleibt jedoch nebulös, wie HolidayCheck trotz abnehmender Investitionen in die Portaltechnik und einem künftig wohl niedrigeren Werbebudget nachhaltig den Swing auf die sonnige Seite – sprich die Gewinnzone – schaffen will. Zur Einordnung: Gegenwärtig macht das Werbebudget rund die Hälfte des Umsatzes aus. Selbst extrem marketingaffine Internetservice-Dienstleister wie Lotto24 oder bet-at-home.com kommen hier auf spürbar niedrigere Quoten. Immerhin: Vorstandschef Georg Hesse sieht „gute Chancen, dass Umsatz und operatives EBITDA für das Gesamtjahr 2017 jeweils im oberen Drittel“ der Prognosekorridors von minus 5 bis 0 Mio. Euro beim operativen EBITDA, beziehungsweise sieben bis elf Prozent in Sachen Erlösplus liegen werden. Per saldo entwickelt sich der Aktienkurs im laufenden Jahr gar nicht mal so schlecht, auch wenn die maue Performance im dritten Quartal ein wenig drückt. Insgesamt ist der Titel aber nur eine Halten-Position für boersengefluester.de. Auf der Habenseite stehen die – gemessen am Börsenwert von 166 Mio. Euro – hohe Netto-Liquidität von rund 24 Mio. Euro sowie die bereits getätigten Ausgaben für Technik und Personal. Dennoch werden eine Menge Investoren abwarten und quartalsweise schauen, ob die Burda-Tochter den erhofften Ergebnisdreh auch tatsächlich hinbekommt. Letztlich zieht sich sich die Investmentstory zu sehr wie ein Kaugummi in die Länge.



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06. November, 2017

Beim flüchtigen Blick sehen die Neun-Monats-Zahlen von Schweizer Electronic alles andere als berauschend aus: Zwar kamen die Erlöse des Leiterplattenherstellers um 5,4 Prozent auf 91,84 Mio. Euro voran. Unterm Strich steht aber ein Verlust von 813.000 Euro – nach 1,25 Mio. Euro Gewinn in der entsprechenden Vorjahresperiode. Doch der erste Eindruck täuscht, denn Schweizer Electronic musste zuletzt erhebliche Rückstellungen für Prozessrisiken aufbauen. Dabei geht es zum einen um die Tochtergesellschaft in Singapur, wo ein Minderheitsgesellschafter sich aufgrund vermeintlich falscher Versprechungen übervorteilt fühlt. Darüber hinaus streitet sich die Gesellschaft mit der ehemaligen Vorstandsvorsitzenden, Maren Schweizer, vor Gericht. Die Schramberger hatten Maren Schweizer Anfang des Jahres vor die Tür gesetzt. Darüber hinaus drücken Aufwendungen für eine Studie im Zusammenhang mit der geplanten Fertigungsanlage in Asien auf den Gewinn. Bereinigt um diese Sondereffekte kam das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 2,9 auf 4,1 Mio. Euro voran. Auffällig ist, dass insbesondere das Geschäft mit Industriekunden spürbar anzieht, so dass sich der Umsatzanteil des Automobilbereichs – dem nach wie vor wichtigsten Erlösträger – von knapp 77 auf gut 68 Prozent reduziert hat. Insgesamt kalkuliert Finanzvorstand Marc Bunz für das Gesamtjahr weiterhin mit einem Erlösplus zwischen drei und fünf Prozent auf dann vermutlich knapp 121 Mio. Euro. Bei der EBITDA-Marge setzt das Management aufgrund der vielen Sonderthemen nun allerdings den unteren Bereich der bislang kommunizierten Spanne von sieben bis acht Prozent erreicht wird. Per saldo wird 2017 für Schweizer Electronic also abermals ein Jahr mit relativ schwachem Ergebnisausweis. Unterstellt man jedoch, dass die Gesellschaft im kommenden Jahr zurück auf die Spur kommt und ein EBITDA von rund 12 Mio. Euro erzielt (früher eine relativ normale Größenordnung), wird deutlich, welches Potenzial in dem Small Cap schlummert. Immerhin bringt Schweizer Electronic derzeit nur gut 80 Mio. Euro auf die Waagschale. Mit zum Kreis der Großaktionäre gehört übrigens Infineon. Kein Wunder, dass immer wieder mal getuschelt wird, dass der DAX-Konzern seinen bisherigen Anteil von 9,4 Prozent spürbar erhöhen könnte. Für risikobereite Anleger bleibt Schweizer Electronic eine heiße Wette.


Nach den fußballerisch verkorksten Wochen, sind zumindest die wirtschaftlichen Zahlen von Borussia Dortmund eine Augenweide – enthalten sie doch den maßgeblichen Teil der Transfererlöse von Ousmane Dembélé zum FC Barcelona. Mit einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 81,4 Mio. Euro erzielten die Dortmunder jedenfalls den höchsten Quartalsgewinn in der Vereinsgeschichte. Der Netto-Gewinn von 52,6 Mio. Euro toppt sogar den gesamten Jahresprofit aus dem Geschäftsjahr 2012/13 – dem bisherigen Rekordjahr des Bundesligisten. Trotz der super Zahlen, bleiben die Börsianer derzeit auf Abstand zu der BVB-Aktie. Kein Wunder: Es geht das Gespenst um, dass die Schwarz-Gelben vielleicht die direkte Qualifikation für die nächste Champions-League-Runde verpassen könnten. Solche Szenarien hält boersengefluester.de derzeit zwar für eher unwahrscheinlich. Aber genau wie Fußball, hat auch Börse viel mit Psychologie zu tun. Bei aller kurzfristigen Hektik um die jüngste Misere auf dem Platz: An den grundsätzlichen Rahmenbedingungen hat sich kaum etwas geändert. Daher bleibt die BVB-Aktie für uns auch ein überdurchschnittlich interessantes Investment aus dem SDAX. Den gesamten Bericht für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahrs werden die Borussen am 14. November veröffentlichen.


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03. November, 2017

Noch ist es kein nachhaltiger Trendwechsel nach oben, aber bemerkenswert ist der jüngste Kursaufschwung der Aktie der German Startups Group dennoch. Jedenfalls scheint es so, als ob der ominöse Abverkäufer seine Aktivitäten gegenwärtig eingestellt hat. Ob der Druck damit komplett raus ist aus dem Titel der Venture-Capital-Gesellschaft, lässt sich freilich noch nicht sagen. Nun: Zuletzt gab es einige Arrondierungen im Portfolio der Berliner: So hat die German Startups Group ihren Anteil an der, auf maßgeschneiderte mobile Werbung spezialisierten, Remerge GmbH von 2,0 auf 2,2 Prozent aufgestockt. Auf der anderen Seite hat das Team um CEO Christoph Gerlinger kürzlich auch den restlichen Anteil an CRX Markets, einer Plattform für Betriebsmittelfinanzierungen, verkauft. Ende November wird Gerlinger – wie auch 2016 – dann auf dem Eigenkapitalforum präsentieren. Boersengefluester.de ist gespannt, wie der Vortrag bei den Investoren ankommt. Fragen hinsichtlich der künftigen Strategie gibt es sicher genug. Gegenwärtig kommt die German Startups Group auf einen Börsenwert von 22,6 Mio. Euro. Das ist annähernd doppelt so viel, wie die ebenfalls im Scale gelistete mic AG auf die Waagschale bringt. Die Münchner galten lange Zeit als chronisch erfolglos auf dem Finanzparkett, haben sich zuletzt aber auf eine komplette Neuorganisation verständigt und reüssierten damit ebenfalls an der Börse.


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Vielen Dank, Gereon Kruse


02. November, 2017

In Siebenmeilenstiefeln ist Intershop Communications nicht unbedingt unterwegs. Dennoch trägt die strategische Umorientierung des Anbieters von E-Commerce-Software Richtung B2B-bzw. Großhandelskundschaft allmählich Früchte. So kommt Intershop nach neun Monaten 2017 auf ein Umsatzplus von knapp sieben Prozent auf 26,37 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) drehte von minus 2,05 Mio. Euro auf plus 215.000 Euro. Dabei agiert die Gesellschaft aus Jena auf EBIT-Basis nun seit drei Quartalen in Folge im positiven Terrain. Für das Gesamtjahr peilt der Vorstand weiterhin leicht steigende Erlöse sowie ein ausgeglichenes Betriebsergebnis an. Freilich zehrt die Gesellschaft dabei noch ein wenig von dem starken Auftaktviertel. „Wir haben verstärkt in Vertrieb und Marketing investiert und die Themen Großhandel und Cloud in den Mittelpunkt unserer Aktivitäten gestellt“, betont das Management im aktuellen Zwischenbericht. „Unsere Partnerschaft mit Microsoft kommt ebenfalls voran. Mehrere Kunden, wie beispielsweise Miele, setzen bereits auf unser gemeinsames Cloud-Angebot.“ An der Börse kommt der – für Intershop-Verhältnisse – ruhige Kurswechsel gut an. Seit Jahresbeginn liegt die Notiz mittlerweile um fast 80 Prozent vorn. Das hört sich rasant an, für leidgeprüfte Intershop-Aktionäre, die seit vielen Jahren dabei sind, ist das vorerst aber nur ein Trostpflaster. Immerhin sind in den vergangenen Jahren viele Unternehmen an Intershop vorbeigezogen. Und so bleibt das große Szenario erhalten: Intershop muss sein neues Geschäftsmodell etablieren, ausbauen und dann nachhaltig Erträge zeigen. Wenn das gelingt, hat der Börsenwert noch deutlich Potenzial nach oben. Mit knapp 62 Mio. Euro ist die Marktkapitalisierung derzeit nur rund doppelt so hoch, wie die für 2017 zu erwartenden Umsatzerlöse. Perspektivisch bleibt die Gesellschaft zudem ein Übernahmekandidat. Für boersengefluester.de bietet der Small Cap derzeit ein passables Chance-Risiko-Verhältnis.



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01. November, 2017

Zugegeben: Zu Neuer-Markt-Zeiten – im Februar 2000 – war die Aktie von Elmos Semiconductor schon einmal mehr als doppelt so teuer wie derzeit. Auf dem Top kostete der Anteilschein des Herstellers von Halbleitern für den Einsatz im Automobilbereich beinahe 68 Euro. So gesehen scheint es nur logisch, dass die Investoren bei der Elmos-Aktie seit Wochen zugreifen, als wäre sie bald ausverkauft. Allein in den vergangenen drei Monaten hat die Notiz um mehr als ein Drittel 30 Prozent auf über 27 Euro zugelegt und die Marktkapitalisierung der Dortmunder damit auf 545 Mio. Euro geschoben. Dem steht ein für 2017 zu erwartender Umsatz von vermutlich rund 246 Mio. Euro und eine durch die Aktivierung von Entwicklungsdienstleistungen auf mehr als zwölf Prozente gesteigerte EBIT-Marge entgegen. Boersengefluester.de kalkuliert zurzeit mit einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern für 2017 von knapp 31 Mio. Euro. Für 2018 scheint ein Betriebsergebnis von etwa 35 Mio. Euro möglich. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) könnte dann sogar auf deutlich mehr als 60 Mio. Euro klettern – das schätzen zumindest die Analysten. Ein wenig mehr Planungssicherheit werden die Aktionäre vermutlich schon am 8. November 2017 bekommen, dann steht der Bericht für das dritte Quartal 2017 inklusive Ausblick an. Nun: Momentan schauen die Investoren ausschließlich auf die Chancen. Mögliche Risiken – in der an sich sehr zyklischen Chip-Branche – werden komplett ausgeblendet. Das kann nicht ewig gutgehen. Ohne jetzt gleich als Crash-Prophet daherkommen zu wollen: Bei der Aktie von Elmos haben sich die aktuellen Bewertungskennzahlen massiv vom Mittelwert der vergangenen Jahre entfernt. Ein wenig mehr Vorsicht kann daher kaum schaden. Immerhin: Verglichen mit der extrem sportlichen Bewertung des DAX-Konzerns Infineon, sieht Elmos sogar noch fast noch bodenständig aus.



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Schon seit geraumer Zeit gehört die Aktie von PEH Wertpapier mit zu unseren Favoriten aus dem Bereich Finanzdienstleistungen. Neben kontinuierlich besseren Zahlen sorgte zuletzt insbesondere die Kooperation der 50-Prozent-Tochter Axxion mit der Shareholder Value Beteiligungen AG (siehe dazu auch den Beitrag von boersengefluester.de HIER) für positive Stimmung auf dem Parkett. Nun legt PEH-Vorstand Martin Stürner in Form überraschend guter Neun-Monats-Resultate nach: Demnach kamen die Frankfurter auf ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 4,2 Mio. Euro – nach 3,1 Mio. Euro in der entsprechenden Vorjahresperiode. Der Gewinn nach Steuern zog um gut 26 Prozent auf 2,4 Mio. Euro an. „Alle Segmente haben die Erwartungen übertroffen“, betont PEH. Das bislang sehr vage formulierte Ziele für 2017 – „positives Jahresergebnis“ – ist längst erreicht. Umso interessanter wird, ob das Management demnächst konkreter wird. Das vollständige Zahlenwerk veröffentlicht PEH am 20. November. Mittelfristig will das Unternehmen auf ein Ergebnis vor Steuern (nach Anteilen Dritter) in einer Spanne von 6,0 bis 6,5 Mio. Euro kommen. Mittlerweile fast schon zum guten Ton in dem Sektor gehört dagegen die Aussage, dass auch PEH Wertpapier Beteiligungsmöglichkeiten in den Bereichen „Fintech” und „Blockchain” auslotet. Die Marktkapitalisierung von PEH beträgt beim gegenwärtigen Kurs von 28,80 Euro etwas mehr als 52 Mio. Euro, was angesichts der Ertragsperspektiven und den aktuell bereits erreichten Gewinngrößen recht moderat ist. Zudem geht boersengefluester.de davon aus, dass PEH die im Vorjahr von 1,20 auf 0,80 Euro je Aktie gekürzte Dividende wieder ein gutes Stück aufstocken wird. Aktuell kalkulieren wir für 2017 mit einer Ausschüttung von 1,00 Euro pro Anteilschein, was das Papier auf eine Rendite von annähernd 3,5 Prozent hieven würde.




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