Update Software: So geht es nun weiter

Die Umwandlung einer börsennotierten AG in eine GmbH ist schon Ärgernis genug. Wenn dann aber auch noch der Großaktionär, in diesem Fall das US-Unternehmen Aurea Software, versucht, die Stücke von wankelmütigen Privatanlegern möglichst günstig einzusammeln, wird es frech. Aktionäre von Update Software, die unserem Rat gefolgt sind, die jüngste Blitzofferte von 3,15 Euro zu ignorieren, dürfen nun immerhin auf einen kleinen Nachschlag hoffen. Aus den Unterlagen zur Hauptversammlung (HV) am 10. Juni 2015 in Wien geht hervor, dass der Vorstand sich vermutlich auf eine Schlusszahlung in Höhe von 3,37 Euro je Aktie verständigt hat. Damit würden sich die Österreicher der Empfehlung der Prüfer von Deloitte anschließen. Gemessen an den 3,12 Euro, die der Titel bei der ersten Besprechung von boersengefluester.de kostete (zu dem Beitrag kommen Sie HIER), würde sich daraus eine Rendite von acht Prozent ergeben. Das sieht nicht unbedingt üppig aus, gemessen am Zeitraum und der damaligen Chance-Risiko-Relation ist so eine Performance aber auch nicht zu verachten. Außerdem ist das letzte Wort in dieser Sache vermutlich noch gar nicht gesprochen.

 

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Wichtig: Anspruch auf die Barabfindung haben nur Investoren, die zwischen dem 10. Juni – also dem Tag der HV – und der Geltendmachung der Barabfindung durchgehend Aktionäre von Update Software waren. Es ist also nicht möglich, nach der HV gekaufte Update-Aktien zu dem wahrscheinlichen Preis von 3,37 Euro anzudienen. Außerdem ist es notwendig, dass man als Aktionär – entweder persönlich auf der HV oder via Vertreter – gegen die Umwandlung in eine GmbH stimmt und entsprechenden Widerspruch zu Protokoll gibt. Ein entsprechendes Formular soll auf der Homepage von Update Software zum Download bereit gestellt werden. Zudem ist eine Frist von maximal zwei Monaten ab der Eintragung des Rechtsformwechsels im Amtsblatt zu beachten. Einfach wird es den Anlegern also nicht gemacht. Da sich der Aktienkurs mittlerweile aber dem vermutlichen Schlussgebot angenähert hat, scheint ein Verkauf über die Börse – zumindest für Anleger, die sich weiter mit der Sache beschäftigen wollen – eine durchaus sinnvolle Option zu sein.

Für Investoren, die der Überzeugung sind, dass hier noch mehr geht, ist der Abschnitt 3.8 des Abfindungsangebots von Aurea Software interessant. Demnach können Anleger für den Fall, dass ein Gericht zu einem späteren Zeitpunkt eine höhere Abfindung festsetzt, eine Nachbesserung von Aurea verlangen. Gegenwärtig scheint sich Update Software zwar alle Mühe zu geben, um die Geschäftslage möglichst lausig darzustellen. Grundsätzlich zählte Update Software in der Vergangenheit aufgrund seiner soliden Bilanz sogar eher zu den Value Investments. Mittlerweile hat das Zahlenwerk aber viel an Glanz verloren. Das Eigenkapital ist 2014 auf 7,35 Mio. Euro geschmolzen – nach mehr als 20 Mio. Euro vor fünf Jahren. Die Nettoliquidität beträgt nur noch rund 4 Mio. Euro. Bemerkenswert ist jedoch, dass das Bewertungsgutachten für 2016 und 2017 von Ergebnissen vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 6,88 bzw. 6,42 Mio. Euro – also einem deutlichen Turnaround – ausgeht. Gemessen daran sieht der aktuelle Börsenwert von rund 39 Mio. Euro wiederum sehr moderat aus. Gut möglich also, dass ein späteres Bewertungsgutachten tatsächlich zu dem Schluss kommt, dass die Update-Aktie damals unter Wert delistet worden ist. Ähnlich gelagerte Fälle haben in der Vergangenheit zum Teil deutliche Nachschläge eingebracht. Dafür mussten Anleger aber auch zum Teil viele Jahr stillhalten, was – gerade in guten Börsenphasen – nicht unbedingt jedermanns Sache ist. Kampflustige Aktionäre bleiben aber engagiert.

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
WKN Kurs in € Einschätzung
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KGV 2018e KBV Börsenwert in Mio. €
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Dividende '17 in € HV-Termin Div.-Rendite in %
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Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
  2012 2013 2014 2015 2016 2017e
Umsatzerlöse1 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
EBITDA1,2 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
EBITDA-Marge3 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
EBIT1,4 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
EBIT-Marge5 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Jahresüberschuss1 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Netto-Marge6 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Cashflow1,7 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Ergebnis je Aktie8 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Dividende8 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben

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1 in Mio. Euro; 2 EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; 3 EBITDA in Relation zum Umsatz; 4 EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern; 5 EBIT in Relation zum Umsatz; 6 Jahresüberschuss (-fehlbetrag) in Relation zum Umsatz; 7 Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; 8 in Euro; Quelle: boersengefluester.de

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Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse gründete im Mai 2013 die auf Datenjournalismus fokussierte Seite boersengefluester.de. Zuvor war er 19 Jahre bei dem Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. 2016 gewann Gereon Kruse mit boersengefluester.de beim viel beachteten finanzblog award der comdirect bank den Publikumspreis und belegte gleichzeitig noch den 3. Platz in der Jurywertung.