Plan Optik: Kurz vor Ende des Übergangsjahrs

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Manchmal wird an der Börse offenbar doch zum Einstieg geklingelt. In gewohnt knappen Worten teilte die Deutsche Technologie Beteiligungen AG (DeTeBe) aus München am 8. Dezember 2015 mit, dass sie ihre restlichen Aktien von Plan Optik – immerhin knapp 386.000 Stück – zu einem „signifikant über dem gegenwärtigen Börsenkurs liegenden Preis“ an einen institutionellen Investor verkauft habe. Mit weiteren Angaben über den Verbleib des gut neun Prozent umfassenden Pakets hielten sich die Münchner vornehm zurück. Der Hinweis auf den Aufschlag, den der Käufer zu zahlen bereit war, verfehlte dennoch nicht seine Wirkung. Seit Bekanntgabe des Deals ist die Notiz von Plan Optik um fast ein Viertel auf 1,74 Euro in die Höhe geschossen. Schon jetzt der Hinweis, dass es sich um einen lupenreinen Micro Cap handelt: Die Marktkapitalisierung des Unternehmens aus Elsoff im Westerwald beträgt gerade einmal 7,44 Mio. Euro. Etwa zwei Drittel davon sind dem Streubesitz zuzurechnen. An der Börse hat der Anbieter von Spezialwafern für die Mikrosystemtechnik sowie Mikrofluidiksystemen (winzig kleine chemische Laboratorien oder Dosierpumpen für den Einsatz in der Pharma- und Chemiebranche) dennoch eine vergleichsweise große Fangruppe.

 

Plan Optik  Kurs: 1,654 €

 

Einen geradlinigen Weg gehen die Aktionäre von Plan Optik mit ihrem Unternehmen allerdings nicht. Ansehnliche Gewinne und stattliche Verluste wechseln sich bei dem Familienunternehmen mit schöner Regelmäßigkeit ab. 2015 bezeichnet Vorstandschef und Großaktionär Michael Schilling als „Übergangsjahr“. Grund sind die vielen Anpassungen im Bereich der Mikrosystemtechnik. Unterm Strich soll 2015 eine „schwarze Null“ stehen. Für 2016 hat Schilling dann – auch angetrieben durch das Wachstum im Bereich Mikrofluidik – wieder „sichtbar positive Ergebnisse“ als Ziel ausgegeben. Prognosen sind gleichwohl schwierig – so volatil ist das Geschäft. Boersengefluester.de kalkuliert derzeit mit einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) für 2016 von gut 0,3 Mio. Euro. Gemessen daran, sieht die aktuelle Marktkapitalisierung allerdings schon wieder recht sportlich aus. Doch der Hebel ist enorm. In guten Jahren kam Plan Optik im „Konzern“ auch schon auf Betriebsergebnisse nördlich von 600.000 Euro. Die Bilanz ist mit einer Eigenkapitalquote von gut 70 Prozent komfortabel gepolstert. Die Nettofinanzverbindlichkeiten sind überschaubar. Pluspunkt für die Aktie ist zudem der geringe Abstand zum Buchwert von gegenwärtig 1,50 Euro. Damit stehen die Chancen gut, dass der Micro Cap seine Erholungsrally noch ein wenig fortsetzt. Und: Ganz ohne Grund wird der neue Großaktionär sicher nicht bereit gewesen sein, so tief in die Tasche zu greifen. Risikobereite Investoren können hier mit gut dosiertem Depotanteil und Limits ein wenig mitspekulieren.

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Plan Optik
WKN Kurs in € Empfehlung
A0HGQS 1,654 Kaufen
KGV 2017e KBV Börsenwert in Mio. €
15,04 1,10 7,07
Dividende '15 in € HV-Termin Div.-Rendite in %
0,00 29.06.2016 0,00

 

Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
  2012 2013 2014 2015 2016e
Umsatzerlöse1 7,42 9,03 7,36 6,90 7,40
EBITDA1,2 0,97 1,32 0,21 0,72 1,12
EBITDA-Marge3 13,07 14,62 2,85 10,43 15,14
EBIT1,4 0,29 0,63 -0,45 0,13 0,51
EBIT-Marge5 3,91 6,98 -6,11 1,88 6,89
Jahresüberschuss1 0,14 0,42 -0,43 0,04 0,37
Netto-Marge6 1,89 4,65 -5,84 0,58 5,00
Cashflow1,7 0,99 1,13 -0,49 0,59 0,00
Ergebnis je Aktie8 0,02 0,10 -0,10 0.01 0,080
Dividende8 0,00 0,03 0,00 0,00 0,00
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben

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1 in Mio. Euro; 2 EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; 3 EBITDA in Relation zum Umsatz; 4 EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern; 5 EBIT in Relation zum Umsatz; 6 Jahresüberschuss (-fehlbetrag) in Relation zum Umsatz; 7 Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; 8 in Euro; Quelle: boersengefluester.de

Wirtschaftsprüfer: Lahn Dill

 

Foto: Plan Optik AG

About Gereon Kruse

Über den Autor: Gereon Kruse gründete im Mai 2013 die Seite boersengefluester.de. Zuvor war er 19 Jahre bei dem Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte.