Ökoworld: Scale-Aufnahme rückt näher

Noch gehört Ökoworld offiziell nicht zum Kreis der mittlerweile 41 Aktien umfassenden Liste des neuen Börsensegments Scale. Doch Alfred Platow, CEO und Firmengründer des auf ethisch korrekte Investments spezialisierten Finanzdienstleisters, hat von Anfang an signalisiert, dass Ökoworld eine Scale-Mitgliedschaft avisiert. Und auf der Homepage von Edison, das britische Researchhaus erstellt die von der Deutschen Börse AG vorgeschriebenen Reports für die Scale-Unternehmen, ist der entsprechende Report zu Ökoworld bereits abrufbar (zum kostenlosen Edison-Download kommen Sie HIER). Boersengefluester.de geht daher davon aus, dass die Gesellschaft kurz vor dem Upgrade steht. Einen guten Ruf hat sich Ökoworld in den vergangenen Jahren insbesondere bei dividendenorientierten Anlegern gemacht. Bezogen auf den jeweiligen Aktienkurs zur Hauptversammlung lag die Dividendenrendite im Schnitt der vergangenen fünf Jahre bei immerhin fast 5,1 Prozent. Dabei erhöhte das in Hilden ansässige Unternehmen die Gewinnbeteiligung von 2011 bis 2015 schrittweise von 0,26 Euro bis auf 0,45 Euro je Vorzugsaktie – die Stämme sind nicht notiert. Aussagen zur Gewinnbeteiligung für 2016 will Ökoworld im Mai veröffentlichen – gemeinsam mit den Geschäftszahlen.

 

Ökoworld VZ  Kurs: 13,260 €

 

In Sachen Investor-Relations-Transparenz gibt es freilich noch einiges zu tun: Letztlich ist es nicht so ganz einfach, sich aus den verschiedenen Meldungen – zu allen möglichen Themen rund um Ökoworld – ein aktuelles Bild über die Geschäftsentwicklung zu machen. Nicht einmal einen aktuellen Finanzkalender für 2017 gibt es auf der Homepage – und das im April 2017. Immerhin will das Unternehmen nun die Bereinigung einer bilanziellen Altlast in Angriff nehmen. So existieren „normale“ Vorzugsaktien (WKN: 540868) und Anteile der Serie B (WKN: A0EKMG). Die 993.154 Vorzüge der „Serie B“ haben ihre Wurzeln in der früher einmal bei Versiko – so hieß Ökoworld bis Ende 2013 – beteiligten Fortis. Im Zuge der Finanzkrise musste die niederländisch-belgische Bankengruppe jedoch die Segel streichen und schlüpfte bei der BNP Paribas unter. Für Firmenlenker Platow eine – mit seinen ökologischen Ansprüchen – unvereinbare Kombination. Also kaufte Ökoworld im Sommer 2010 kurzerhand sowohl die Vorzüge der Serie B von BNP Paribas, als auch die von den Franzosen gehaltenen Stammaktien zurück. Ein Kraftakt, der aber gelang. Seit Anfang April 2014 werden die Vorzüge der Serie B zwar eigenständig an der Börse gelistet – aber 512.276 Vorzüge der Serie B befanden sich zuletzt noch immer im Eigenbestand.

Nun ist die Entscheidung gefallen, dass diese Stücke nicht bei Investoren platziert werden, sondern eingezogen werden. Demnach würde sich das gesamte Grundkapital (Stämme und Vorzüge) von derzeit 8.150.000 Stück auf 7.637.724 Anteile verringern. Da sich am Gesamtwert des Unternehmens nichts ändert, müsste der Wert der einzelnen Aktien – zumindest rechnerisch – entsprechend steigen. Losgelöst davon: Sollte Ökoworld die Dividende auf die Vorzugsaktie für 2016 konstant halten – wovon boersengefluester.de mindestens ausgeht –, käme der Titel auf eine Rendite von knapp vier Prozent. Da gibt es nichts zu meckern – und ein wenig mehr Investor Relations im Zuge der Scale-Aufnahme kann dem Titel eigentlich auch nur guttun. Eine gute Halten-Position ist die Aktie damit auf jeden Fall.

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Ökoworld VZ
WKN Kurs in € Einschätzung
540868 13,260 Halten
KGV 2018e KBV Börsenwert in Mio. €
20,72 10,11 108,07
Dividende '16 in € HV-Termin Div.-Rendite in %
0,51 14.07.2017 3,85

 

Foto: pixabay

 

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Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse gründete im Mai 2013 die auf Datenjournalismus fokussierte Seite boersengefluester.de. Zuvor war er 19 Jahre bei dem Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. 2016 gewann Gereon Kruse mit boersengefluester.de beim viel beachteten finanzblog award der comdirect bank den Publikumspreis und belegte gleichzeitig noch den 3. Platz in der Jurywertung.