Nexus: Auffallend starker Chart

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Was die FinTechs für die Banken sind, gilt im Gesundheitssektor so ungefähr für die Anbieter von „E-Health-Lösungen” – von der elektronischen Patientenakte bis hin zur digitalen Auswertung von Signalen des menschlichen Körpers. Digitalisierung verändert auch hier die Märkte. Die bekanntesten heimischen Aktien aus diesem Bereich sind CompuGroup (Software für Ärzte, Apotheken und Kliniken), Nexus (Software für Krankenhäuser, Reha-Einrichtungen und Altenheime), Mevis Medical Solutions (Software für bildbasierte Medizin), IFA Systems (Software für Augenkliniken) oder auch DocCheck (Spezialcommunity für Ärzte). Zumindest partiell gehört sogar der Fieberthermometerhersteller Geratherm über seine Beteiligung an dem Schlaganfalldiagnostikspezialisten apoplex in diese Gruppe. Darüber hinaus besitzt Geratherm ein stattliches Paket an Aktien von AGFA. Das früher vor allem als Hersteller von Fotoprodukten bekannte Unternehmen spielt heute über die AGFA HeathCare eine wichtige Rolle bei der IT-Unterstützung für alle möglichen ärztlichen und pflegerischen Tätigkeiten. Der Chart von AGFA ist seit vielen Monaten in traumhafter Verfassung.

Ähnlich stark präsentiert sich derzeit aber auch der Anteilschein von Nexus. Nach einer Konsolidierungsphase von fast acht Monaten hat die Notiz des Small Caps zum Jahresende 2015 die Fesseln abgelegt und hat sich – wohl auch angetrieben durch einige Insiderkäufe – bis fast an die Marke von 20 Euro geschraubt – nie zuvor stand der Aktienkurs von Nexus so hoch. Unsere positive Einschätzung von Mitte November (zu dem Beitrag kommen Sie HIER) hat sich also als richtig erwiesen – trotz der bereits recht sportlichen Bewertung. Für boersengefluester.de bleibt der Small Cap aber auch auf dem erhöhten Niveau aussichtsreich. Zum einen ist der Weg nach oben nun auch aus charttechnisch ist nun der Weg weitgehend frei. Außerdem erwarten wir von der Firma aus Villingen-Schwenningen in den kommenden Quartalen sehr gute Zahlen, die die Bewertung fundamental untermauern. Gegenwärtig beträgt die Marktkapitalisierung gut 294 Mio. Euro. Bankschulden hat Nexus nicht, dafür stehen auf der Aktivseite rund 18 Mio. Euro an Liquidität. Mit Blick auf das für 2015 zur erwartende EBIT kommt Nexus damit auf ein Multiple von 25, für 2016 auf eins von rund 20 und für 2017 schließlich auf einen Faktor von etwa 15. Die großen Sprünge zeigen, dass die Erwartungen der Börsianer an Nexus ziemlich ambitioniert sind. Andererseits hat die Gesellschaft im Normalfall aber auch mehr geliefert als angekündigt. Wem solche Multiplikatoren auf EBIT-Basis nicht zu hoch sind, kann weiter auf steigende Kurse bei Nexus spekulieren. Immerhin ist der Titel – gut 15 Jahre nach dem Börsengang – fast noch so etwas wie ein Geheimtipp.

 

Nexus  Kurs: 17,095 €

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Nexus
WKN Kurs in € Empfehlung
522090 17,095 Halten
KGV 2017e KBV Börsenwert in Mio. €
21,37 3,01 269,00
Dividende '15 in € HV-Termin Div.-Rendite in %
0,14 13.05.2016 0,82

 

Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
  2012 2013 2014 2015 2016e
Umsatzerlöse1 62,34 73,26 80,15 97,27 106,00
EBITDA1,2 11,82 13,62 15,04 18,88 21,00
EBITDA-Marge3 18,96 18,59 18,76 19,41 19,81
EBIT1,4 5,37 6,54 8,03 9,64 11,70
EBIT-Marge5 8,61 8,93 10,02 9,91 11,04
Jahresüberschuss1 5,73 6,84 8,11 9,64 11,10
Netto-Marge6 9,19 9,34 10,12 9,91 10,47
Cashflow1,7 8,28 10,54 11,59 18,15 15,00
Ergebnis je Aktie8 0,42 0,48 0,55 0.48 0,670
Dividende8 0,11 0,12 0,13 0,14 0,14
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben

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1 in Mio. Euro; 2 EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; 3 EBITDA in Relation zum Umsatz; 4 EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern; 5 EBIT in Relation zum Umsatz; 6 Jahresüberschuss (-fehlbetrag) in Relation zum Umsatz; 7 Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; 8 in Euro; Quelle: boersengefluester.de

Wirtschaftsprüfer: KPMG

About Gereon Kruse

Über den Autor: Gereon Kruse gründete im Mai 2013 die Seite boersengefluester.de. Zuvor war er 19 Jahre bei dem Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte.