Aktuell zu Ihren Aktien: Matica Technologies, KPS Consulting, Ferratum, Heliocentris

An dieser Stelle kommentieren wir aktuelle Unternehmensmeldungen und weisen auf interessante Kursentwicklungen, Gerüchte oder Daten für den Gesamtmarkt hin. Dazu gibt es Einschätzungen von Analysten zu Aktien aus dem Small-Cap-Sektor.

Unter vergleichsweise großen Handelsumsätzen zieht momentan der Kurs von Matica Technologies an. Die ehemalige Digital Identification Solutions ist ein Anbieter von Spezialdruckern für Ausweise, Führerscheine, Kreditkarten oder sonstige ID-Cards. An der Börse hatte die Gesellschaft lange Zeit einen schweren Stand – insbesondere im Zuge der kürzlich erfolgten Zusammenlegung der Geschäftsaktivitäten mit dem italienischen Großaktionär Matica System. Gegenwärtig befinden sich 13,8 Prozent der 15,464 Millionen Aktien im Streubesitz. Das ist nicht gerade viel, dennoch will das mittlerweile in München angesiedelte Unternehmen dem Thema Kapitalmarktkommunikation ein höheres Gewicht verleihen. Mit Ingo Middelmenne, der zuvor auch schon für Unternehmen wie Curasan, Nemetschek, Augusta, Aurelius, Gericom (heute S&T) oder Berentzen tätig war, hat sich Matica prominente Verstärkung geholt – wenn auch nur für einen Zeitraum von 12 bis 18 Monaten. Bewertungsmäßig sollte der Small Cap ausreichend Luft nach oben haben. Noch lassen sich die Ergebniseffekte durch den neuen Konzernverbund zwar schwer abschätzen. Aber angenommen, dass Matica 2015 auf ein weitgehend unverändertes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 3 Mio. Euro käme, würde der Titel nur mit dem Faktor 5,2 auf den Enterprise Value (Börsenwert minus Nettofinanzguthaben) gehandelt. Vergleichbare börsennotierte Anbieter von Kartendruckern wie Evolis (WKN: A0JKDX) aus Frankreich oder die US-Gesellschaft Zebra Technologies (WKN: 882578) erreichen hier  Multiples von 9,4 bzw. 11,4. Hinzu kommt, dass sicherheitsrelevante Themen – und dazu zählen ID-Kontrollsysteme – derzeit schwer angesagt sind an der Börse.  Heimische Nebenwerte wie Secunet Security Networks (IT-Ausstattung für Ministerien und Bundeswehr), Ceotronics (Kommunikationssysteme) oder Mobotix (Video-Überwachungsanlagen) haben zuletzt jedenfalls spürbar an Wert gewonnen. Der Kursaufschwung bei Matica sollte also noch ein Weile weitergehen. Das Papier eignet sich aber lediglich für risikobereite Investoren.

 

  Kurs: 0,000 €

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
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WKN Kurs in € Empfehlung
0,000
KGV 2017e KBV Börsenwert in Mio. €
0,00 0,00 0,00
Dividende '15 in € HV-Termin Div.-Rendite in %
0,00 0,00

 


 

Nach Abschluss des dritten Quartals des Geschäftsjahrs 2014/15 hatte boersengefluester.de eigentlich vermutet, dass die Notiz von KPS Consulting sich nachhaltig Richtung bisherigem Jahreshoch bei 7,40 Euro aufmachen würde. Doch auf halbem Weg machte die Notiz des IT-Beratungsunternehmens dann zeitweise schlapp. Immerhin: Seit Anfang Oktober zeigt sich der Small Cap wieder von seiner besseren Seite – auch wenn der Seitwärtstrend per saldo noch immer intakt ist. Sollten die Münchner ihre Jahresprognosen einlösen – und aus heutiger Sicht spricht nichts dagegen – scheint es jedoch nur eine Frage der Zeit bis das 52-Wochen-Top erreicht wird. Für einen Qualitätswert wie KPS sollte ein Bewertungsmultiple von 12,5 – bezogen auf die Relation von Börsenwert zu dem für 2015 erwarteten Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) – jedenfalls nicht zu hoch sein. Ein starkes Argument für den Titel ist zudem die attraktive Dividendenrendite von gut vier Prozent. Dabei haben wir derzeit noch nicht einmal eine Aufstockung der Vorjahresausschüttung von 0,28 Euro pro Anteilschein unterstellt. Gut möglich also, dass es hier sogar eine kleine positive Überraschung geben wird. Und verglichen mit dem zuletzt extrem gut gelaufenen Aktienkurs von SNP Schneider-Neureither & Partner hat der Small Cap ohnehin Nachholpotenzial. Ende Januar 2016 steht die Veröffentlichung des KPS-Zahlenwerks für 2014/15 an.

 

KPS Consulting  Kurs: 8,980 €

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
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KPS Consulting
WKN Kurs in € Empfehlung
A1A6V4 8,980 Halten
KGV 2017e KBV Börsenwert in Mio. €
12,83 6,83 335,96
Dividende '15 in € HV-Termin Div.-Rendite in %
0,30 15.04.2016 3,34

 

Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
  2012 2013 2014 2015 2016e
Umsatzerlöse1 61,94 96,99 111,08 122,92 140,00
EBITDA1,2 7,37 13,32 17,48 19,65 23,10
EBITDA-Marge3 11,90 13,73 15,74 15,99 16,50
EBIT1,4 6,91 12,54 16,69 18,61 22,00
EBIT-Marge5 11,16 12,93 15,03 15,14 15,71
Jahresüberschuss1 8,15 16,25 16,33 17,93 19,10
Netto-Marge6 13,16 16,75 14,70 14,59 13,64
Cashflow1,7 3,44 14,89 14,60 12,89 15,90
Ergebnis je Aktie8 0,24 0,45 0,45 0.48 0,510
Dividende8 0,11 0,22 0,28 0,30 0,33
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben

 Neu: Geschäftsbericht 2015 - Kostenfrei herunterladen.  
1 in Mio. Euro; 2 EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; 3 EBITDA in Relation zum Umsatz; 4 EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern; 5 EBIT in Relation zum Umsatz; 6 Jahresüberschuss (-fehlbetrag) in Relation zum Umsatz; 7 Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; 8 in Euro; Quelle: boersengefluester.de

Wirtschaftsprüfer: Rupp & Epple

Präsentationen von Jorma Jokela, dem Gründer und Vorstandschef von Ferratum, gehören zu den Highlights auf Veranstaltungen wie dem Eigenkapitalforum. Die Mischung aus „charismatischem Unternehmer” und „Lausbube”, die der Finne perfekt verkörpert, gibt es schließlich nicht alle Tage in der eher steifen Finanzwelt. Auch in London, wo Jokela seine Roadshow fortgesetzt hat, kam seine Botschaft gut an. „Unser Ziel ist es, die erste paneuropäische Mobile-Bank-Plattform zu  werden”, sagt Jokela. Demnach wird Ferratum das bisherige Geschäftsmodell demnächst auch um Produkte auf der Einlagenseite erweitern. Wie für ein FinTech-Unternehmen nicht anders zu erwarten, hat die Online-Registrierung für die Ferratum-Banking-App nicht viel mit klassischem Anmeldeprozedere zu tun. Alles geht sehr schnell und ist völlig unkompliziert. Für Februar/März 2016, wenn der Launch in die heiße Phase geht, verspricht Jokela jedenfalls einen „Big Bang”. Insbesondere Online-Werbekanäle wie Google oder YouTube spielen eine große Rolle bei der Orchestrierung der Ferratum-Plattform. Eines versprach Jokela den Investoren in Frankfurt: „Was immer wir tun – wir wollen niemals unsere Profitabilität aufs Spiel setzen.” Der Aktienkurs des Spezialisten für mobile Konsumentenkredite und Kleindarlehen für Firmen hat sich zuletzt prima entwickelt und nähert sich nun wieder dem All-Time-High von 27,00 Euro vom 2. Juni 2015 an. Die Analysten von Hauck & Aufhäuser haben derweil ihr Kursziel von 32,50 Euro für den SDAX-Titel bestätigt. Dabei erwarten die Nebenwerteexperten ein strammes Wachstum. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) soll bis 2017 auf 48 Mio. Euro steigen – nach 26,9 Mio. Euro für 2016 und 15,7 Mio. Euro für 2015. Dem steht eine Marktkapitalisierung von gegenwärtig 543 Mio. Euro entgegen. Boersengefluester.de rät risikobereiten Investoren weiter zum Einstieg bei Ferratum. Im FinTech-Sektor gehört das Papier mit zu unseren Favoriten auf dem heimischen Kurszettel.

 

Ferratum  Kurs: 19,414 €

 

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Ferratum
WKN Kurs in € Empfehlung
A1W9NS 19,414 Kaufen
KGV 2017e KBV Börsenwert in Mio. €
12,53 5,38 421,75
Dividende '15 in € HV-Termin Div.-Rendite in %
0,10 26.04.2016 0,52

 

Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
  2012 2013 2014 2015 2016e
Umsatzerlöse1 48,91 58,20 70,51 111,01 165,00
EBITDA1,2 9,06 7,80 10,61 17,79 25,50
EBITDA-Marge3 18,52 13,40 15,05 16,03 15,45
EBIT1,4 8,57 7,33 10,61 16,48 25,00
EBIT-Marge5 17,52 12,59 15,05 14,85 15,15
Jahresüberschuss1 4,63 3,55 5,62 10,93 18,00
Netto-Marge6 9,47 6,10 7,97 9,85 10,91
Cashflow1,7 15,67 -8,17 -9,90 -32,69 0,00
Ergebnis je Aktie8 0,21 0,19 0,26 0.51 0,850
Dividende8 0,00 0,00 0,05 0,10 0,15
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben

 Neu: Geschäftsbericht 2015 - Kostenfrei herunterladen.  
1 in Mio. Euro; 2 EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; 3 EBITDA in Relation zum Umsatz; 4 EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern; 5 EBIT in Relation zum Umsatz; 6 Jahresüberschuss (-fehlbetrag) in Relation zum Umsatz; 7 Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; 8 in Euro; Quelle: boersengefluester.de

Wirtschaftsprüfer: PricewaterhouseCoopers

 

Wie in einem schlechten Film mussten sich zuletzt Aktionäre von Heliocentris Energy Solutions vorkommen. Während Vorstand Ayad Abul-Ella am Auftakttag des Frankfurter Eigenkapitalforums im Raum „Paris” ein zuversichtliches Bild von der aktuellen Lage des Anbieters von Energiequellen für den Betrieb von Mobilfunkmasten in abgelegenen Regionen präsentierte, rauschte der Aktienkurs unter hohen Handelsumsätzen im Tief um knapp 30 Prozent in den Keller. Grund war eine knackige Umsatzwarnung, die im Vortrag von Abul-Ella freilich so nicht explizit vorkam. Demnach kalkuliert Heliocentris „aufgrund von verzögerten Auftragseingängen aus Myanmar und dem Mittleren Osten” für 2015 mit Erlösen zwischen 23 und 25 Mio. Euro. Zur Einordnung: Die Erwartungen der Analysten bewegten sich oberhalb von 35 Mio. Euro. Berenberg Bank rechnete Anfang Juli gar noch mit 44 Mio. Euro. Am Rande des Eigenkapitalforums war derweil von einer „unglücklichen Kommunikation” und einer „überzogenen Kursreaktion” für den zuvor noch als heißen Tipp gehandelten Titel die Rede. Bei einem im Projektgeschäft tätigen Unternehmen wie Heliocentris lasse sich der Quartalsrhythmus der Börse nicht immer in Einklang mit dem realen Tagesgeschäft bringen. Zudem sähe das Umfeld für das kommende Jahr nun umso besser aus. „Wir starten mit einem Auftragsbestand für 2016 von 10 bis 15 Mio. Euro”, betonte Abul-Ella vor den Investoren. Insgesamt türmen die Order sogar auf 25 bis 30 Mio. Euro. „Das in den Vorjahren übliche Tal in den ersten Monaten haben wir diesmal nicht.” Ergebnismäßig will sich Heliocentris ebenfalls massiv verbessern: „2016 streben wir auf EBIT-Basis den break-even an”, sagt Abul-Ella.

Dabei geht boersengefluester.de davon aus, dass die Erlöse spürbar oberhalb von 40 Mio. Euro liegen dürften. Positiv werten wir auch, dass Heliocentris die vakante Stelle des Finanzvorstands durch Sabine Kauper – ehemals Phoenix Solar und zuletzt SKW Stahl – ab Januar 2016 neu besetzt hat. Das sollte Abul-Ella mehr Beinfreiheit für den Vertrieb geben. Nach rund 16 Jahren komplett raus aus Heliocentris ist dem Vernehmen nach dagegen die bmp Holding. Zum Halbjahr hatten die Berliner noch rund 217.000 Stücke im Depot – der Verkauf erfolgte allerdings mit Ansage. Schließlich konzentriert sich bmp seit geraumer Zeit auf den Online-Verkauf von Matratzen und was sich sonst noch rund um das Thema Schlafen dreht. Kapitalisiert ist Heliocentris derzeit mit 49 Mio. Euro. Gemessen an der aktuellen Ergebnislage – und auch den enttäuschenden Erlösen für 2015 – ist das eine ganze Menge Holz. Wieder einmal müssen sich die Blicke bei Heliocentris auf das Folgejahr richten. Die Geduld der Aktionäre wir jedenfalls arg strapaziert. Bleibt zu hoffen, dass die Gesellschaft im kommenden Jahr ohne weitere Kapitalerhöhung auskommen wird. Wer den Titel noch im Depot hat, kann unserer Meinung nach engagiert bleiben. Die Zahlen für 2015 werden noch einmal grottenschlecht. Aber danach kann es eigentlich nur besser werden.

 

Heliocentris Energy Solutions  Kurs: 0,960 €

 

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Heliocentris Energy Solutions
WKN Kurs in € Empfehlung
A1MMHE 0,960 Halten
KGV 2017e KBV Börsenwert in Mio. €
- 1,09 14,94
Dividende '15 in € HV-Termin Div.-Rendite in %
0,00 05.07.2016 0,00

 

 

About Gereon Kruse

Über den Autor: Gereon Kruse gründete im Mai 2013 die Seite boersengefluester.de. Zuvor war er 19 Jahre bei dem Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte.