Aktuell zu Ihren Aktien: Highlight Communications, Edel, Beate Uhse, Syzygy

An dieser Stelle kommentieren wir aktuelle Unternehmensmeldungen und weisen auf interessante Kursentwicklungen, Gerüchte oder Daten für den Gesamtmarkt hin. Dazu gibt es Einschätzungen von Analysten zu Aktien aus dem Small-Cap-Sektor.

Bei Highlight Communications bleibt es spannend wie im Kino. Neuste Wendung: Vorstandschef Bernhard Burgener kauft die komplette Beteiligung an der Highlight Event & Entertainment AG und bezahlt teilweise mit den 2,2 Millionen von ihm gehaltenen Highlight-Communications-Aktien. Den Restbetrag von gut 4,63 Mio. Schweizer Franken – umgerechnet knapp 4,2 Mio. Euro – begleicht Burgener in bar. Die Highlight Event & Entertainment AG ist eine eigenständig in der Schweiz notierte Gesellschaft, die sich unter anderem um die Vermarktung des European Song Contests oder den Neujahrskonzerten der Wiener Philharmoniker kümmert. Zudem gehört der Betrieb von Spielautomaten zum Geschäft. Die Ergebnisse der Event-Tochter waren in vergangenen zwei Jahren relativ stabil, allerdings auf überschaubarem Niveau. Für die Ausschüttung einer Dividende reichte es jedenfalls nicht. Letztlich ist der Verkauf mit dem Bestreben nach einer Verschlankung der Organisationsstruktur zu sehen. Zudem sollen noch im ersten Quartal 2016 sämtliche Randaktivitäten wie die Minderheitsbeteiligungen an der Paperflakes AG (Social Media) und Holotrack AG (digitale Medienprodukte) an die Highlight Event & Entertainment AG verkauft werden. „Mit dem Erwerb dieser Gesellschaften plant der Verwaltungsrat eine Ausweitung der bisherigen Geschäftsaktivitäten auf erfolgsversprechende Technologien“, heißt es. Inwiefern Burgeners Rolle innerhalb der Highlight-Communications durch den Verkauf seiner eigenen Aktien und die Neupositionierung der Event-Gruppe tangiert wird, bleibt abzuwarten. Letztlich sieht es aber danach aus, dass die Highlight-Aktien von Burgener früher oder später auch bei Constantin landen und die Münchner sich für einen Paketverkauf von Highlight rüsten. Der langjährige Schweizer Highlight-CEO Burgener wiederum käme – als neuer Eigentümer des Eventbereichs – einigermaßen sauber raus aus der ganzen Nummer und könnte sich durch die Transaktion aus dem Schatten des früheren Kirch-Managers und Constantin-Aufsichtsratchefs Dieter Hahn lösen, der Constantin stärker auf den Sportbereich fokussieren will. Erst zum Jahreswechsel 2015 war Burgener aus dem Vorstand der Constantin Medien AG ausgestiegen, offiziell wegen der „gestiegenen Herausforderungen bei der Führung der Highlight-Gruppe mit ihren Beteiligungsunternehmen“. Nach Berechnungen von boersengefluester.de (siehe unseren Beitrag HIER) dürfte Constantin Medien mittlerweile mehr als 60 Prozent aller Highlight-Aktien besitzen. Wir bleiben für beide Titel – Constantin und Highlight – positiv gestimmt.

 

Highlight Communic.  Kurs: 5,417 €

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
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Highlight Communic.
WKN Kurs in € Empfehlung
920299 5,417 Kaufen
KGV 2017e KBV Börsenwert in Mio. €
14,26 3,19 255,95
Dividende '15 in € HV-Termin Div.-Rendite in %
0,18 3,32

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
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Constantin Medien
WKN Kurs in € Empfehlung
914720 2,340 Kaufen
KGV 2017e KBV Börsenwert in Mio. €
18,00 10,56 219,02
Dividende '15 in € HV-Termin Div.-Rendite in %
0,00 06.07.2016 0,00

Anleger, die darauf gesetzt haben, dass Edel-Vorstand Michael Haentjes mit der Vorlage des Geschäftsberichts für 2014/15 (30. September) seinen bisherigen Ausblick etwas optimistischer formulieren wird, müssen enttäuscht sein. Es bleibt nämlich dabei: Für die Abrechnungsperiode 2015/16 kalkuliert der Mediendienstleister weiterhin mit Erlösen von 170,3 Mio. Euro sowie einem Überschuss von 3,4 Mio. Euro. Das würde auf ein Ergebnis je Aktie von 0,15 Euro hinauslaufen – nach 0,12 Euro für 2014/15. Längst bekannt war ebenfalls, dass die Hamburger zur Hauptversammlung am 25. Mai 2016 erneut eine (steuerfreie) Dividende von 0,10 Euro je Anteilschein auf die Agenda setzen. Bezogen auf den aktuellen Kurs von 2,00 Euro bringt es der Small Cap damit zwar auf eine erkleckliche Rendite von 5,0 Prozent. Offenbar reicht das momentan aber nicht aus, um die Investoren zu überzeugen. Im Gegensatz zu dem sonst üblichen Saisonalitätsmuster ist die Notiz der Edel-Aktie zum Jahresstart 2016 sogar deutlich zurückgefallen. Seit Anfang Januar 2016 türmt sich das Minus nun auf knapp 15 Prozent. Kein Frage: Eine ganze Reihe von Titeln hat es zum Teil deutlich heftiger erwischt. Andererseits hatten wir genau die entgegengesetzte Richtung beim Kurs erwartet. Fundamental bewegt sich die Bewertung in einer halbwegs neutralen Zone. Die Marktkapitalisierung beträgt knapp 45,5 Mio. Euro. Hinzu sollten Anleger die Nettofinanzverschuldung von 34,3 Mio. Euro im Hinterkopf behalten. Beide Größen addiert laufen auf einen Unternehmenswert (Enterprise Value) von 79,7 Mio. Euro hinaus. Das entspricht ziemlich genau dem Zwölffachen des von boersengefluester.de für 2015/16 erwarteten Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT). Zum Vergleich: Bastei Lübbe aus Köln kommt auf einen Enterprise Value von 114,5 Mio. Euro und dürfte im laufenden Geschäftsjahr auf ein EBIT von rund 14 Mio. Euro zusteuern – würde damit also auf einen deutlich günstigeren Faktor von 8,2 bringen. Im Gegenzug kann Edel mittlerweile mit einem wenig schwankungsanfälligen Geschäft punkten. Wir bleiben daher bei unserer positiven Einschätzung für die Edel-Aktie und gehen davon aus, dass die Notiz mit näher rückender Hauptversammlung auch wieder deutlich höhere Kurse sehen wird.

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Edel
WKN Kurs in € Empfehlung
564950 2,070 Kaufen
KGV 2017e KBV Börsenwert in Mio. €
12,94 1,69 47,06
Dividende '15 in € HV-Termin Div.-Rendite in %
0,10 25.05.2016 4,83

 

Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
  2012 2013 2014 2015 2016e
Umsatzerlöse1 146,87 155,65 160,42 168,29 170,30
EBITDA1,2 13,74 13,35 13,83 12,64 13,50
EBITDA-Marge3 9,36 8,58 8,62 7,51 7,93
EBIT1,4 7,72 6,90 6,94 5,78 6,60
EBIT-Marge5 5,26 4,43 4,33 3,43 3,88
Jahresüberschuss1 4,41 3,59 3,63 2,84 3,40
Netto-Marge6 3,00 2,31 2,26 1,69 2,00
Cashflow1,7 18,38 15,19 6,98 10,42 11,20
Ergebnis je Aktie8 0,16 0,13 0,14 0.12 0,15
Dividende8 0,10 0,10 0,10 0,10 0,10
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben

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1 in Mio. Euro; 2 EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; 3 EBITDA in Relation zum Umsatz; 4 EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern; 5 EBIT in Relation zum Umsatz; 6 Jahresüberschuss (-fehlbetrag) in Relation zum Umsatz; 7 Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; 8 in Euro; Quelle: boersengefluester.de

Wirtschaftsprüfer: Ernst & Young

Für Beate Uhse wird die Lage immer brenzliger. Mittlerweile rechnet das Erotikunternehmen für 2015 mit einem operativen Verlust zwischen 13 und 15 Mio. Euro – bei Erlösen von 128 Mio. Euro. Um doch noch die Kurve zu kriegen, steuert die noch immer ohne etatmäßigen CEO agierende Gesellschaft scharf um stellt unter anderem das klassische Kataloggeschäft ein und setzt konsequent auf den Onlinehandel. Darüber hinaus werden unrentable oder mit einem Schmuddelimage behaftete Geschäfte geschlossen. Noch stärker im Blickpunkt stehen damit die Zielgruppen Frauen und Paare. Außerdem nehmen die Flensburger umfangreiche Sonderabschreibungen vor – etwa auf Exponate aus dem in die Schublade verbannten Plans zur Eröffnung eines weiteren Erotikmuseums. Ob der Rettungsversuch von Erfolg gekrönt sein wird, steht allerdings auf einem anderen Stern. Womöglich hat sich Beate Uhse auch einfach überlebt. An der Börse ist die Gesellschaft gerade noch 14 Mio. Euro wert. Wie das Unternehmen die 2019 fällige Anleihe (WKN: A12T1W) im Volumen von 30 Mio. Euro zurückzahlen will, bleibt ein Geheimnis. Die Bond-Inhaber haben jedenfalls keine übermäßig großen Hoffnungen. Die Notiz der im Sommer 2014 emittierten Mittelstandsanleihe ist auf 27 Prozent vom Nennwert eingeknickt. Nicht täuschen lassen sollten sich Anleger auch vom vermeintlich günstigen Kurs-Buchwert-Verhältnis. Auf Basis des Halbjahresberichts 2015 weist die Gesellschaft noch ein Eigenkapital je Aktie von knapp 0,30 Euro aus. Inklusive der in der Zwischenzeit noch aufgelaufenen Verluste dürfte der Buchwert mittlerweile aber eher bei 12 bis 18 Cents je Aktie anzusiedeln sein. Hinzu kommt, dass es keine wirkliche Perspektive auf eine deutliche Besserung der operativen Zahlen gibt. Mit Untergangsszenarien sollte man an der Börse zwar immer vorsichtig sein. Aber für die Aktie von Beate Uhse sehen wir schwarz. Alles andere als ein Debt-Equity-Swap – also der Tausch von Anleihen in Aktien – würde uns mittelfristig wundern. Bei den jetzigen Relationen käme das aber quasi einer Enteignung der Aktionäre gleich. Wer den Titel im Depot hat, sollte die Reißleine ziehen – auch wenn das bei den meisten Anteilseignern wohl bereits auf einen annähernden Totalverlust hinausläuft.

Beate Uhse  Kurs: 0,223 €

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Beate Uhse
WKN Kurs in € Empfehlung
755140 0,223 Verkaufen
KGV 2017e KBV Börsenwert in Mio. €
- 1,99 17,41
Dividende '15 in € HV-Termin Div.-Rendite in %
0,00 27.06.2016 0,00

 

Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
  2012 2013 2014 2015 2016e
Umsatzerlöse1 144,32 142,04 142,91 128,81 117,00
EBITDA1,2 8,34 10,05 10,31 -5,33 4,50
EBITDA-Marge3 5,78 7,08 7,21 -4,14 3,85
EBIT1,4 1,43 3,38 5,02 -13,32 -1,70
EBIT-Marge5 0,99 2,38 3,51 -10,34 -1,45
Jahresüberschuss1 -0,84 3,68 2,54 -18,39 -4,90
Netto-Marge6 -0,58 2,59 1,78 -14,28 -4,19
Cashflow1,7 5,71 7,41 -0,29 -0,30 0,00
Ergebnis je Aktie8 -0,01 0,04 0,03 -0.24 -0,13
Dividende8 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben

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1 in Mio. Euro; 2 EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; 3 EBITDA in Relation zum Umsatz; 4 EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern; 5 EBIT in Relation zum Umsatz; 6 Jahresüberschuss (-fehlbetrag) in Relation zum Umsatz; 7 Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; 8 in Euro; Quelle: boersengefluester.de

Wirtschaftsprüfer: Deloitte & Touche

In Spezialwertekreisen gilt die Aktie von Syzygy vor allen Dingen unter Dividendenaspekten als eine Art Dauerbrenner. Zudem wird immer wieder mal kolportiert, dass der britische Großaktionär WPP seinen Anteil von offiziell gut 50 Prozent womöglich doch noch über die Börse zusätzlich aufstockt. Die jüngste Offerte für den Online-Marketingspezialisten stammt vom September 2015 und belief sich auf 9 Euro je Syzygy-Aktie. Zumindest mit Blick auf die Dividende bleibt der Small Cap eine gute Wahl, denn für 2015 wollen die Bad Homburger eine um 2 Cent auf 0,37 Euro je Aktie erhöhte Ausschüttung vornehmen. Damit käme Syzygy auf eine Rendite von zurzeit 4,2 Prozent. Die Hauptversammlung findet allerdings erst am 8. Juli 2016 statt. Beim Ergebnis je Aktie für 2015 hat die Gesellschaft die Erwartungen dagegen leicht verfehlt. Statt der avisierten 40 Cent blieben „nur“ 37 Cent hängen. Grund ist eine unerwartet hohe Steuerquote. Deutlich getoppt hat Syzygy dagegen die eigene Umsatzprognose von 55 Mio. Euro. Immerhin standen für 2015 am Ende 57,2 Mio. Euro in den Büchern. Für 2016 stellt Syzygy Erlöse von “mindestens 63 Mio. Euro” in Aussicht und bewegt sich damit im Rahmen der Analystenschätzungen. Nach unten halten wir den im Prime Standard gelisteten Titel auf dem aktuellen Niveau von 8,75 Euro für relativ gut abgesichert. Nach oben ist das Potenzial zwar nicht mehr übermäßig groß. Immerhin kommt die Aktie auf Basis unserer Schätzungen für 2017 bereits auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 19. Dennoch: Syzgy hat eine sehr komfortable Bilanz, zahlt attraktive Dividenden und wächst kontinuierlich. In unruhigen Börsenphasen ist das nicht die schlechteste Kombination.

 

Syzygy  Kurs: 12,380 €

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Syzygy
WKN Kurs in € Empfehlung
510480 12,380 Halten
KGV 2017e KBV Börsenwert in Mio. €
26,91 3,44 158,82
Dividende '15 in € HV-Termin Div.-Rendite in %
0,37 08.07.2016 2,99

 


About Gereon Kruse

Über den Autor: Gereon Kruse gründete im Mai 2013 die Seite boersengefluester.de. Zuvor war er 19 Jahre bei dem Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte.